Der slowakische Autofahrer, der sich Mittwochmittag auf der B108 wie auf der Autobahn fühlte, hat ein grundsätzliches Problem gelöst: Er hat gezeigt, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht für jeden gelten. Zumindest nicht für jene, die einen Hang zum Extremen haben.
Während andere Menschen über einen Wochenendtrip nach Italien nachdenken, plant der unbekannte Raser offenbar seinen nächsten Geschwindigkeits-Weltrekord. Mit 193 km/h in einer 100er-Zone hat er bewiesen: Man kann tatsächlich schneller sein als die Polizei erlaubt.
Die Beamten der Polizeiinspektion Matrei in Osttirol reagierten umgehend und beschlagnahmten das Fahrzeug. Eine konsequente Maßnahme, die leider auch einen Haken hat: Jetzt steht ein potenziell weiterer Raser mit seinem eigenen Auto am Straßenrand herum.
Man sollte daher darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller wäre, Geschwindigkeits-Asyle einzurichten. Für all jene, die partout nicht unter 150 bleiben können, aber keine Lust haben, ständig ihr Fahrzeug zu wechseln. Diese Asyle könnten auf ausgewählten Autobahnabschnitten eingerichtet werden, mit eigener Geschwindigkeitsbegrenzung - sagen wir, 200 km/h.
Der slowakische Autofahrer könnte dann einfach in eines dieser Asyle einbiegen, seine Runden drehen und müsste sich keine Sorgen um Führerscheinentzug oder Fahrzeugbeschlagnahme machen. Die Polizei könnte sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren: den Rest des Verkehrs zu überwachen, der sich an die Regeln hält.
Bis es soweit ist, bleibt nur zu hoffen, dass der Mann seinen Führerschein bald zurückerhält. Nicht, damit er wieder rasant durch Osttirol brettern kann, sondern damit er lernen kann, dass man auch mit 100 km/h ans Ziel kommt. Wenn auch etwas später als mit 193.