Die Tankstellen-Betreiber in Reutte sind sauer. Die Autofahrer kommen einfach nicht, wenn es am günstigsten ist. Dabei hat die EU genau das vorgeschrieben. Nur einmal am Tag darf der Spritpreis erhöht werden - um 12 Uhr. Und da müssen die armen Tankstellen-Besitzer auf ihre Kunden warten wie der Weihnachtsmann auf die Bescherung.
"Wir haben hier schon fast eine Geisterstadt", klagt Franz Spritzer, Betreiber der Tankstelle "Zum öden Zapfhahn". "Die Leute kommen alle kurz vor 12, saufen den billigen Sprit weg und sind danach wie vom Erdboden verschluckt. Was soll ich den Rest des Tages mit meinem überteuerten Diesel?"
Die Stadt Reutte will jetzt helfen. Bürgermeister Otto Normalo schlug eine neue Tankuhr vor. Die schreit ab 12:01 Uhr die Preise durch die Gegend. "Dann hören die Leute ja, wie teuer es plötzlich ist", frohlockt Normalo. "Da kommen die bestimmt wieder rein und tanken nochmal."
Der Plan geht aber nach hinten los. Die Tankstellen-Betreiber klagen über Lärmbelästigung. "Ich bin ja nicht blöd", sagt Spritzer. "Wenn die Uhr alle fünf Minuten 'EIN EURO NEUNZIG' brüllt, denke ich nur: So teuer? Dann fahr ich mit dem Rad!" Er fordert jetzt eine Tankzeitung. Täglich, mit den billigsten Preisen. Und einem Horoskop, das vor zu frühem Tanken warnt.