In Slowenien geht es zur Sache - und zwar nicht im parlamentarischen Sinne. Die Parlamentswahl wird zum Wettrennen zwischen zwei Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist Robert Golob, der liberale Regierungschef, der höchstwahrscheinlich gerne mal einen guten Käse isst und sich mit den EU-Bürokraten gut versteht. Und da ist Janez Janša, der konservative Oppositionsführer, der offenbar glaubt, Donald Trump persönlich beeindrucken zu können, indem er slowenische Exporte in die USA mit imaginären Zöllen belegt.
Die Wahlkampagne ist so verrückt, dass selbst die slowenischen Wähler manchmal den Überblick verlieren. Janša, der offensichtlich schon seit Wochen in einer Trump-Fantasiewelt lebt, hat letzte Woche eine Pressekonferenz einberufen, um bekannt zu geben, dass er ab sofort jeden importierten Käse aus den USA mit einem "Ehrenzoll" von 200 Prozent belegen wird. Begründung: "Wenn wir schon nicht mit Trumps Handelskrieg punkten können, dann wenigstens mit unserem eigenen Käseboykott." Golob reagierte darauf, indem er demonstrativ einen slowenischen Käse mit einem Schokoladensternchen verzierte und sagte: "Das ist die Zukunft Europas - süß, mild und mit gutem Gewissen."
Die ganze Aufregung begann, als Janša erfuhr, dass einige israelische Geheimdienstler eine Schmutzkampagne gegen Golob betrieben hatten. Anstatt die Sache ruhig anzugehen, startete Janša eine wilde Verschwörungstheorie, wonach die ganze Welt gegen ihn verschworen sei - außer Trump natürlich. "Die Globalisten wollen mich stoppen, aber ich kämpfe für die wahre slowenische Identität - und die sieht aus wie ein MAGA-Hut", sagte Janša bei einer Kundgebung, bei der er neben einem lebensgroßen Trump-Pappkameraden stand.
Golob hingegen setzt auf eine andere Strategie. Er versteckt sich bei kritischen Fragen gerne in slowenischen Käsestuben und lässt seine Sprecherin antworten: "Herr Golob ist gerade dabei, die diplomatischen Beziehungen zu einem besonders komplizierten Gouda zu kitten." Die Wähler sind sich nicht sicher, ob das ein Witz ist oder ob Golob tatsächlich glaubt, dass Käse die Außenpolitik der Zukunft ist.
Die Wahl wird zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Lagern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Janšas Anhänger tragen rote MAGA-Hüte und skandieren "Slowenien zuerst", während Golobs Fans europäische Flaggen schwenken und "Käse für alle" rufen. Die Umfragen sehen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber viele Wähler sind sich noch unschlüssig: Trump-Fan oder EU-Freund? Harte Linie oder milde Diplomatie? Die Entscheidung wird wohl davon abhängen, ob die Slowenen lieber amerikanisches Steak oder slowenischen Käse auf ihrem politischen Speiseplan haben wollen.
Eines ist sicher: Egal, wer gewinnt, die Parlamentswahl in Slowenien wird als die denkwürdigste aller Zeiten in die Geschichte eingehen - als eine Wahl zwischen einem Mann, der glaubt, mit Zöllen auf Käse Amerika beeindrucken zu können, und einem Mann, der glaubt, dass die Zukunft Europas in einer Käsestube liegt.