Es ist die Geschichte einer Tragödie, die die Fußballwelt in Aufruhr versetzt. In einem bayerischen Dorf, das aus Gründen der Satire-Verträglichkeit an dieser Stelle anonym bleiben muss, ereignete sich das Unfassbare. Ein Fußballtor, bis dato als unbeweglich bekannt, entschloss sich offenbar zu einem spontanen Ausflug.
Zeugen berichten von einem merkwürdigen Grollen, gefolgt von einem dumpfen Knall, als sich das Tor plötzlich in Bewegung setzte. Es soll sich mit einer Geschwindigkeit fortbewegt haben, die selbst erfahrene Bundesliga-Stürmer zur Verzweiflung gebracht hätte. Augenzeugen sprechen von einem "schwarzen, vierbeinigen Ungetüm mit Netz", das "wie von Sinnen" über den Platz raste.
Der siebenjährige Torwart, der gerade dabei war, sich in die Kunst des "Ausfallschrittes nach links" einzuarbeiten, hatte keine Chance. In einer Mischung aus Mut und jugendlichem Übermut versuchte er, das entlaufene Tor aufzuhalten. Was folgte, war ein Kampf David gegen Goliath, nur dass David diesmal einen Fußball und Goliath vier Metallfüße hatte.
Die Kriminalpolizei ermittelt nun in alle Richtungen. Wurde das Tor von einem verärgerten Fan gesteuert, der die ewige Remis-Serie seiner Mannschaft satt hatte? Handelte es sich um einen terroristischen Akt der "Al-Fußball-Gruppe"? Oder war es schlicht und einfach ein Fall von akuter Bewegungsunlust, die sich Bahn brach?
Ein Gutachter soll nun klären, ob das Tor zum Zeitpunkt des Vorfalls überhaupt spielberechtigt war. Fraglich ist auch, ob der Pfosten über eine gültige Fahrerlaubnis verfügte. Die Staatsanwaltschaft erwägt zudem, ein Geschwindigkeitsmessgerät am Ort des Geschehens aufzustellen, um zukünftige Ausreißer schneller zu erfassen.
Unterdessen trauern die Eltern des Jungen um ihr einziges Kind. "Er wollte immer ein Tor schießen", sagt die Mutter unter Tränen. "Jetzt hat das Tor ihn erwischt. So eine Ironie des Schicksals."
Die Fußballverbände reagieren mit Bestürzung. Es wird überlegt, künftig Tore mit GPS-Trackern auszustatten und sie nach jedem Spiel auf ihre Standfestigkeit zu prüfen. Manche fordern sogar, Tore nur noch aus Pappe zu bauen - für den Fall der Fälle.
Doch vielleicht ist es an der Zeit, dass wir als Gesellschaft unsere Beziehung zu Toren überdenken. Sind sie wirklich nur passive Objekte oder haben sie ein heimliches Eigenleben, das wir nicht verstehen? Vielleicht sollten wir Tore nicht mehr als Tore, sondern als "stehende Kunst" bezeichnen. Dann könnten sie sich nicht mehr davonmachen, ohne als Vandalismus zu gelten.
In jedem Fall bleibt die Frage: Wenn Tore sich frei bewegen können, was kommt als nächstes? Werden wir bald Zeugen davon, wie Eckfahnen spazieren gehen oder Anstoßpunkte auf Reisen gehen? Die Welt des Sports steht Kopf, und wir alle müssen lernen, mit der neuen Realität umzugehen. Vielleicht ist es an der Zeit, einen Verein für bewegungsfreudige Sportgeräte zu gründen. Die "FDP" - Freie Demokratie für Pfosten.