Da hat sich Slowenien aber was ausgedacht. Anstatt einfach zu wählen wie normale Länder, müssen die Slowenen sich jetzt die Frage stellen: "Mögen wir unsere Demokratie noch? Oder sind wir bereit, sie gegen billige Propaganda und nationalistische Parolen einzutauschen?"
Auf der einen Seite steht Janez Janša, der Mann, der Donald Trump anhimmelt und Viktor Orban anhimmeln lässt. Der Typ, der sich schon dreimal als Ministerpräsident versucht hat und jedes Mal gescheitert ist, weil er zu sehr damit beschäftigt war, sich selbst zu feiern. Jetzt will er es noch einmal wissen, und die Umfragen sehen gut für ihn aus. Warum auch nicht? Die Leute lieben es, wenn ihnen jemand erzählt, dass sie die Opfer sind und dass nur ein starker Mann sie retten kann.
Auf der anderen Seite steht Robert Golob, der Quereinsteiger, der sich traut, ohne nationalistisches Gehabe zu regieren. Der Typ, der den Leuten tatsächlich etwas bieten will, statt ihnen nur Angst zu machen. Ein Revolutionär, dieser Golob. Wer hätte gedacht, dass man in Slowenien auch ohne rechtsradikale Parolen regieren kann?
Die Wähler sind gespalten. Die einen wollen endlich wieder einen starken Mann, der ihnen sagt, was sie zu denken haben. Die anderen sind einfach nur verwirrt und hoffen, dass sie nach der Wahl nicht plötzlich in Ungarn aufwachen.
Nika Pelc, eine Unternehmerin aus Ljubljana, ist sich da nicht so sicher. "Ich glaube, Janša wird gewinnen", sagt sie. "Auch wenn ich nicht weiß, ob das gut ist." Na sowas. Eine Unternehmerin, die nicht weiß, ob ein Trump-Fan als Ministerpräsident gut ist. Das nenne ich mal Mut zur Unklarheit.
Die Bauern sind auch nicht glücklich. Die arme Veronika Blezun muss sich jetzt schon Sorgen machen, ob sie ihre Kartoffeln noch verkaufen kann, wenn Janša an der Macht ist. "Die Bauern sind die Letzten", sagt sie. Ja, Veronika, das ist ein Problem. Aber hey, vielleicht kann Janša ja eine Mauer um Slowenien bauen und die Bauern dahinter verstecken. Dann sind sie wenigstens sicher.
Und dann ist da noch Nada Vidmar, die Pensionistin, die sich von den Wahlen nichts erwartet. "Ich hoffe, dass die Menschen klug wählen", sagt sie. Ja, Nada, das hoffen wir alle. Aber manchmal ist es eben einfacher, einen Mann zu wählen, der einem sagt, dass man ein Opfer ist, als sich mit komplizierten Themen auseinanderzusetzen.
Also, Slowenien, viel Glück bei deiner Wahl. Vielleicht schaffst du es ja, die Demokratie zu retten. Oder vielleicht wachst du ja nächste Woche auf und fragst dich, was da eigentlich passiert ist. In jedem Fall wünschen wir dir viel Spaß beim Wählen.