Die Fitness-Industrie hat es geschafft, das Krafttraining zu einem Wissenschaftsgebiet zu machen, das so kompliziert ist wie die Relativitätstheorie. Man braucht spezielle Hanteln, aufwendige Geräte, messerscharfe Ernährungspläne und natürlich einen Personal Trainer, der einem sagt, wann man einatmen und wann ausatmen soll. Dabei ist das Ganze viel einfacher als gedacht - man muss nur regelmäßig trainieren. Wer hätte das gedacht?
Die kanadischen Wissenschaftler von der McMaster University haben 137 Studien analysiert und sind zu dem erstaunlichen Ergebnis gekommen, dass es egal ist, was man macht, Hauptsache man macht es. Ob man nun mit Hanteln, Gummibändern oder dem eigenen Körpergewicht trainiert - Hauptsache man trainiert. Das ist so, als würde man sagen, es ist egal was man isst, Hauptsache man isst. Oder wie der Philosoph Heinz Erhardt schon sagte: "Alles ist relativ, auch die Relativität."
Die WHO empfiehlt 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche für Erwachsene. Das klingt erstmal nach viel, aber wenn man es auf den Tag runterrechnet, sind das gerade mal 21 bis 43 Minuten. Das ist weniger Zeit als die meisten Menschen täglich vor dem Fernseher verbringen. Also warum nicht einfach mal die Fernbedienung beiseitelegen und die Arme recken und strecken? Das ist doch schon ein Anfang.
Die Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass es nicht notwendig ist, bis zur absoluten Erschöpfung zu trainieren, um Kraft und Muskeln aufzubauen. Das ist so, als würde man sagen, man muss nicht bis zur letzten Seite eines Buches lesen, um zu wissen, worum es geht. Oder wie der Schriftsteller Mark Twain mal sagte: "Ich habe nie etwas bereut, was ich nicht gesagt habe."
Die größten positiven Effekte sind festzustellen, wenn man von keinerlei Krafttraining auf irgendeine Art von Krafttraining wechselt. Das ist so, als würde man sagen, die größten positiven Effekte auf die Gesundheit sind festzustellen, wenn man von keinerlei Essen auf irgendeine Art von Essen wechselt. Oder wie der Komiker Karl Valentin mal sagte: "Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem."
Zusammengefasst kann man sagen: Das beste Krafttrainingsprogramm ist das, an dem man auch wirklich dranbleibt. Und das Beste daran ist, dass man es überall machen kann - im Wohnzimmer, im Büro oder sogar im Bett. Hauptsache man bleibt dabei. Wie der Sänger Freddy Quinn schon sang: "Heimat, deine Sterne - Heimweh, wenn ich geh."