Es sollte ein Mitternachtssnack der besonderen Art werden, doch aus der kulinarischen Offensive wurde ein handfester Flop. Der iranische Kochshow-Kandidat Ali D. hatte sich eine deftige "Bombe" vorgenommen, um die US-amerikanische Haute Cuisine in Paris zu sprengen. Leider nahm er dafür nicht den Hintereingang des amerikanischen Bistros, sondern die Vordertür der Bank of America ins Visier.
Mit einer Spritztüte bewaffnet, die er in Paris für einen besonders raffinierten Sprengsatz hielt, positionierte sich Ali vor dem Gebäude im Herzen der französischen Metropole. Der Hobby-Koch wollte offenbar seine Fertigkeiten in puncto Fingerfood demonstrieren und dabei gleich eine politische Botschaft placieren. Dass er dabei die Bank in ein Bistro verwandelte, könnte man fast als geniale kulinarische Metapher feiern - wenn die ganze Aktion nicht so jämmerlich in die Hose gegangen wäre.
Die Pariser Polizei, nicht gerade bekannt für ihren Humor, wenn es um das Thema Sprengstoff geht, nahm den "Meisterkoch" fest. Der versuchte sich mit dem Argument zu verteidigen, er habe nur die Adresse verwechselt und eigentlich Elite-Gastro-Kritiker treffen wollen. Die Ermittler allerdings waren von dieser Geschichte so überzeugt wie von einem Selleriesorbet als Dessert-Kreation.
Nun übernimmt die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft den Fall und wird wohl weniger die Kochkünste als vielmehr politische Motive untersuchen. Dabei spielt natürlich der Iran-Krieg eine Rolle, der - wie jeder weiß - über die Töpfe und Pfannen der Welt entschieden wird. Ob die französische Justiz den kulinarischen faux pas nachsieht, darf bezweifelt werden. Doch eines ist sicher: In Paris muss man schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, ob man vor einer Bank oder einem Restaurant steht - selbst wenn man nur etwas "einlagern" wollte.