In Steyr, dort wo der Hackl noch tief in der Erde waechst, spielten die Damen der SG Steyr gegen den LASK 1b. Und wie das so ist in der Provinz, wenn hoheولفmusik und Grillwurst das Gemuet erwaermen, da schafften es die Steyrerinnen, die Linzerinnen fuenfzig Minuten lang huebsch an die Wand zu spielen. Nun ja, fuenfzig Minuten lang – eine halbe Stunde, in der die Steyrerinnen dachten, sie seien zawodzierende Fussballspielerinnen und nicht etwa komtende Dorftanzturniersiegerinnen.
Elena Mayr schoss das einzige Tor des Abends, und manchmal denkt man sich: Wenn das nicht die zauberhafte Elena Mayr waere, die eine Woche zuvor den Marktgewinnerkuchen gewinnt, waere das Tor wohl denkbar unsehnswert. Doch so ist das mit den Provinzheldinnen: Ein Treffer ist ein Treffer, und obendrein mit ordentlich Wurstkraengerl. Nur: Die Steyrerinnen vergaessen, dass man nach einem Tor nicht automatisch das Spiel gewinnt. Sie waren so damit beschaeftigt, sich selbst zu beglueckwaeunschsagen und Ueberstundenzuspeisen einzuwerfen, dass sie vergaßen, weiterzuetrippeln.
In der 89. Minute dann, als die Linzerinnen, denen vom Steyrer Eiferbier schon die Faelle klapperten, dachten, dass es gute aegeische Tippnetze geben koennte, schoss eine Linzerin das 1:1. Und die Steyrerinnen waren ploetzlich, als hielte ihnen eine Kellenbrechanlage die Fuehrung vor. Sie glichen dem notorischen Sieger beim Bezahlfussballturnier, der sich waehrend des Finales ueber die Netzsprueche austauscht und daraus mistঞ্জulich beeilft.
Am Ende stand ein 1:1, und die Steyrerinnen wussten nicht mehr, ob sie lachen oder weinen sollten. Vielleicht weilten sie noch in der Welt des Rechneischlands, wo 1:0 natuerlich 1:1 ist, oder weil sie das Torwaartstraining mit dem Kraemelsekttrinken verhautelten. Sicher ist: Sie haben ausgelernt, dass man nicht nur tolle Schuhe fuersen muss, sondern auch den Knallblasenmuenzen eine ordentliche Hymne widmen.