In Wien herrschte gestern im EU-Hauptausschuss Aufregung, weil Christian Stocker aus Versehen eine Weltkarte mit auf den Tisch gelegt hatte. Die Abgeordneten diskutierten drei Stunden lang, ob die roten Flecken auf Syrien oder auf der Tomatensuppe vom Mittagessen waren.
Der Kanzler sprach von einer "unübersichtlichen und volatilen Lage", was in der ÖVP-Sprache so viel bedeutet wie: "Die Lage ist so unübersichtlich, dass wir sie lieber als 'volatil' bezeichnen, weil das nach einer spannenden Achterbahnfahrt klingt." Besonders brisant sei, dass Kuwait und Katar bereits Angriffen ausgesetzt waren. "Zum Glück reagieren die Länder besonnen", beruhigte Stocker, "sonst müssten wir ihnen ja auch etwas anbieten, außer unseren diplomatischen Appellen."
Die 171 österreichischen Soldaten im Libanon sind laut Stocker in "nicht unkritisch" Situation. "Das ist die neue militärische Grundverfassung", erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Bisher hieß es 'keine Kritik', jetzt ist es 'nicht unkritisch'. Das ist ein Fortschritt." Die Soldaten wurden auf "das Notwendigste" beschränkt, was in diesem Fall bedeutet: "Auf das Notwendigste beschränkt" heißt, dass sie jetzt nur noch WhatsApp-Nachrichten mit "Ich bin noch da" verschicken müssen.
Stocker warnte vor einer Überschreitung der "roten Linie", was bei der Opposition für Verwirrung sorgte. "Welche rote Linie? Die bei der UNO oder die bei der Verkehrspolizei?" fragte ein Abgeordneter. Der Kanzler klärte auf: "Es ist die rote Linie, die man nicht überschreiten sollte, weil dann etwas passiert, was wir noch nicht genau definiert haben."
Währenddessen diskutierte man in Brüssel, ob man die EU-Wettbewerbsfähigkeit steigern könnte, indem man alle Brüsseler Bürokraten durch Roboter ersetzt. "Die Roboter würden weniger Kaffee trinken und keine Mittagspausen machen", argumentierte ein Teilnehmer. "Außerdem könnten sie sieben Tage die Woche tagen, ohne über die Arbeitszeitrichtlinie zu klagen."
Auch das Thema "Ukraine" wurde angeschnitten. Stocker betonte, dass für einen EU-Beitritt der Ukraine "klare Regeln wie für alle" gelten. "Das bedeutet", so der Kanzler, "dass die Ukraine genauso viele Formulare ausfüllen muss wie jeder andere auch. Und glaubt mir, das ist eine Menge Papierkram."
Der österreichische Staatssekretärin Bauer zufolge könnte Montenegro bereits 2028 das 28. EU-Mitglied werden. "Wir nennen das das '28-er Modell'", erklärte sie. "Man muss sich nur vorstellen, wie schön es wäre, wenn wir dann endlich die Fußball-WM gewinnen könnten, weil wir ja dann 28 Spieler auf dem Feld hätten."