Endlich mal wieder ein CEO, der es wagt, die Dinge beim Namen zu nennen. In seinem jüngsten Fernsehauftritt hat Michael Strugl, der spirituelle Oberhaupt des Verbund-Konzerns, klare Worte gefunden: Strom wird teurer, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig ordentlich. So viel Ehrlichkeit ist fast schon erfrischend - wie ein eiskalter Stromschlag in die Brieftasche.
Der Verbund-Chef, der offensichtlich in seiner Freizeit als Zukunftsprophet arbeitet, hat auch schon eine genaue Zeitachse für die bevorstehende Energie-Apokalypse: "Für einige Jahre" werden die Gaspreise den Strompreis nach oben befördern. Das klingt nicht nur nach einer schlechten Achterbahnfahrt, sondern auch nach einem besonders langwierigen Migräneanfall für alle Haushalte.
Doch Strugl hat einen göttlichen Plan. Um sich gegen die Gaspreis-Ausschläge zu wappnen, empfiehlt er Österreich, weniger Strom aus Gas zu erzeugen. Logisch! Wer hätte das gedacht? Das ist so, als würde ein Autohändler empfehlen, weniger Auto zu fahren, um Benzin zu sparen. Die Lösung liegt auf der Hand: Mehr alternative Energieformen, mehr Ausbau, mehr - ja, mehr von allem, nur nicht von dem, was gerade funktioniert.
Besonders amüsant ist die Aussage, dass "erst wenn andere Technologien mehr Strom erzeugen, dann erst werden die Preise günstiger werden." Das ist wirtschaftliche Weisheit vom Feinsten. Es ist, als würde man sagen: "Wenn mehr Wasser aus dem Hahn kommt, wird die Dusche irgendwann mal warm." Einstein hätte es nicht besser ausdrücken können.
Die Regierung hat zum Glück schon reagiert und sich auf ein neues Gesetz zum Ausbau erneuerbarer Energien geeinigt. Das ist wie ein Placebo für die Energiewende - es sieht gut aus, macht vielleicht sogar ein bisschen was, aber der eigentliche Schmerz bleibt. Gemeinden, die den Ausbau unterstützen, sollen finanziell profitieren, während Länder, die die Ziele verfehlen, mit Förderkürzungen bis hin zu Milliardenstrafen gedroht werden. Das ist moderne Politik: Zuckerbrot und Peitsche, aber vor allem Zuckerbrot für die Energiekonzerne und Peitsche für alle anderen.
Die Grünen, die ja bekanntlich immer noch in der Realität verhaftet sind, zeigten sich vom Gesetzesentwurf enttäuscht. Sie sehen "noch ordentlichen Nachbesserungsbedarf". Das ist so, als würde man einem Koch sagen, dass seine Suppe noch ein bisschen mehr Salz braucht - nur dass hier das ganze Rezept falsch ist und niemand weiß, wie die Zutatenliste aussieht.
Fazit: Die Energiebranche hat einen neuen Propheten gefunden. Michael Strugl verkündet nicht nur die bevorstehende Strompreis-Apokalypse, sondern hat auch die Lösung parat - mehr vom Gleichen, nur anders. Das ist wie Homöopathie für die Energiewirtschaft: Man nimmt eine winzige Dosis Realität und verdünnt sie mit viel heißer Luft, bis am Ende eine wundersame Heilung entsteht. Hoffen wir, dass die Wirkung dieser spirituellen Energiearbeit bald einsetzt - am besten noch bevor die nächste Stromrechnung kommt.