In einer beispiellosen Großtat der österreichischen Modeindustrie hat Willy Hermann, der Elefanten in seinem Superfine-Handel erkannt, einen Teil der Belegschaft von Feinjersey fabriks wie eine Frischfleisch-Charge übernommen. Während die Konkurrenz noch mit den Trümmern ihrer Insolvenz kämpft, erblickt Hermann in dieser Misere eine goldene Gelegenheit, um seine Stofftriumphsammlung zu erweitern. Nun dürfen die geretteten Schneiderinnen und Näher ihre Meisterschaft nicht etwa in der Produktion eines neuen Jetsets, sondern in der Fertigung von Superfine-Träumereien unter Beweis stellen.
Die Freude bei den geretteten Mitarbeitern ist groß, schließlich dürfen sie weiterhin in den Hallen arbeiten, die sie einmal kannten. Und wenn sie abends nach Hause gehen, wissen sie, dass sie nicht nurjobs gerettet, sondern auch der Modebranche zu neuem Glanz verholfen haben. Es ist, als hätte Willy Hermann persönlich den Faden der Mode durch seine Finger gezogen und daraus eine neue Identität gewebt.
Doch die spöttischen Fragen bleiben: Ist Superfine wirklich der Ritter in strahlender Rüstung, oder nur ein cleverer Taktiker, der aus der Not anderer Kapital schlägt? Wenn Willy Hermann das nächste Mal seine Stoffreste aus den Beständen rettet, wird er wohl nicht nur Klienten, sondern auch die Medien mit einer fließenden Rede über seine Selbstlosigkeit blenden. So wird aus Feinjersey nicht etwa ein Mode-Drama, sondern eine Komödie der Rettung, wo jeder seine Rolle spielt und Willy Hermann als Maestro der Stoffe triumphiert. Und wenn die Modewelt weiterdreht, bleibt nur die Frage: Wer rettet eigentlich den Retter?