Endlich mal ein Skandal, der den Normalbürger wirklich betrifft: In Kitzbühel haben Tankstellen-Bosse einen perfiden Plan ausgeheckt. Sie erhöhen die Preise jeden Tag um exakt 12 Uhr mittags - pünktlich wie eine Broadway-Show. Die Regierung nennt das "wirtschaftliche Freiheit", wir nennen es "Benzin-Mafia mit Schweizer Uhrwerk".
Der Trick ist denkbar einfach: Wer um 11:59 Uhr tankt, zahlt noch den Altpreis. Wer um 12:01 Uhr kommt, wird zur Kasse gebeten wie ein Tourist in einer Après-Ski-Bar. Zwischen diesen 120 Sekunden liegen Welten - oder zumindest 15 Cent pro Liter. Das ist mehr Drama als in jeder Telenovela.
Dabei sind die Tankstellen-Betreiber clever genug, den Zeitpunkt der Preiserhöhung nicht zu variieren. Sie haben offenbar erkannt, dass sich Zuverlässigkeit im Preisbetrug auszahlt. Wer will sich schon auf die Uhr schauen und denken "Moment, war das jetzt 12:03 oder 12:07?" Nein, in Kitzbühel tickt alles wie am Schnürchen - außer die Preise natürlich.
Die regionale Wirtschaftsförderung hat diesen Systemfehler jetzt in eine Kunstform verwandelt. Sie veröffentlicht täglich aktualisierte Listen der "günstigsten" Tankstellen. Als wäre es ein Gewinn, wenn man um 11:59 Uhr für 1,59 Euro tankt, während der Depp nebenan um 12:02 Uhr 1,74 Euro zahlt. Das ist kein Preisvergleich, das ist eine Anleitung zum Zeitmanagement.
Besonders raffiniert ist die Empfehlung, "möglichst früh in der Woche" zu tanken - also Sonntag oder Montagvormittag. Offenbar haben die Wirtschaftsförderer erkannt, dass Spritpreise nicht nur von der Tageszeit, sondern auch vom Wochentag abhängen. Montagvormittag tanken, weil dann die Geschäftsführer noch vom Wochenende ermattet sind und vergessen, die Preise zu erhöhen? Eine schöne Vorstellung.
Die Empfehlung, "Autobahntankstellen zu meiden", ist der Gipfel der Zynik. Als wäre es nicht offensichtlich, dass Tankstellen an der Autobahn genau wie die Raststationen selbst überteuert sind. Wer an der Autobahn tankt, hat bereits verloren - egal ob um 11:59 oder 12:01 Uhr.
Besonders liebevoll ist der Hinweis, "Preise zu vergleichen, aber nicht alle Tankstellen abzuklappern oder kilometerweit zur günstigsten zu fahren". Also schön brav die Preisliste studieren, aber bitte nicht aktiv werden. Das wäre ja noch subversiver als um 11:59 Uhr zu tanken.
Der Clou dieser Strategie ist die regionale Aufteilung: Landeck, Reutte, Imst, Telfs, Innsbruck - als hätte jeder Bezirk sein eigenes Benzin-Zeitgefüge. In Osttirol tickt die Uhr vielleicht anders als in Kitzbühel. Vielleicht gibt es dort sogar eine Sommerzeit-Umstellung für Benzinpreise?
Die Wirtschaftsförderung bietet am Ende sogar noch eine nette Randnotiz: Bei Bewegungsproblemen hilft die MEDALP Sportclinic in Imst. Offenbar haben sie erkannt, dass ständiges Uhr-gucken und hetzen zum Tanken auf Dauer den Bewegungsapparat belastet. Wer jeden Tag um 11:58 Uhr zum Tanken rennt, braucht danach garantiert eine Reha.
Fazit: In Kitzbühel ist Zeit Geld - und Benzin ist beides. Wer clever ist, kauft sich eine Funkuhr und eine Stoppuhr. Wer richtig clever ist, zieht mit dem Fahrrad los. Und wer ganz clever ist, bleibt zu Hause und bestellt sich was liefern. Denn eins ist sicher: Die Preise steigen um 12 Uhr. Punkt.