Der slowakische Premier Robert Fico, der sich offenbar bei seiner Beratertätigkeit für kleine Nagetiere unschätzbare Einsichten in das Kaufverhalten der Bevölkerung geholt hat, verkündete am Mittwoch eine bahnbrechende Maßnahme gegen den grassierenden Tanktourismus: Künftig dürfen Slowaken nur mehr für maximal 400 Euro tanken. Wer mehr will, muss zu Fuß kommen oder sich einen Esel kaufen.
Die Begründung klingt, als hätte ein Hamster das Kabinett beraten: Mit dieser Regelung wolle man den "Hamsterkäufen" Einhalt gebieten. Dabei hatte bisher niemand bemerkt, dass Hamster weder Autos fahren noch Tankkarten besitzen. Aber vielleicht liegt das ja daran, dass sie zu beschäftigt sind mit dem Horten von Saaten und Nüssen.
Besonders clever ist die Unterscheidung zwischen Inländern und Ausländern. Während Slowaken weiterhin zum Vorzugspreis tanken dürfen, müssen ausländische Fahrzeuge einen "Durchschnittspreis" zahlen, der sich aus den Preisen in Österreich, Tschechien und Polen errechnet. Das klingt nach einer mathematischen Meisterleistung, die in etwa so verlässlich ist wie die Wettervorhersage für nächsten Donnerstag.
Die slowakische Regierung rechtfertigt die Maßnahme damit, dass man eine Alternative zu drastischen Preiserhöhungen bieten wolle. Tatsächlich ist es, als würde man einem übergewichtigen Menschen empfehlen, statt auf eine Diät umzusteigen, einfach nur die Hälfte des Buffets zu nehmen. Der Hunger bleibt, aber das schlechte Gewissen ist kleiner.
Besonders pikant ist die Lage im Grenzgebiet zu Polen, wo zuletzt an mehreren Tankstellen vorübergehend kein Treibstoff mehr zu bekommen war. Offenbar hatten die Polen in ihrer Begeisterung für slowakische Spritpreise die Kapazitäten der Raffinerien unterschätzt. Jetzt stehen sie mit leeren Tanks an der Grenze und überlegen, ob sie nicht doch mal wieder über erneuerbare Energien nachdenken sollen.
Die Regierung betont, die Verordnung gelte vorerst für 30 Tage, könne aber notfalls verlängert werden. Das klingt verdächtig nach einem Abonnement-Modell, bei dem man hofft, dass die Kunden nach einem Monat so verwirrt sind, dass sie den Mist einfach hinnehmen. In der Zwischenzeit tüfteln die slowakischen Beamten vermutlich an der nächsten bahnbrechenden Idee: Vielleicht führen sie bald eine Obergrenze für die Anzahl der Einkäufe im Supermarkt ein, um den Hamsterrunnen bei Lebensmitteln einzudämmen. Oder sie begrenzen die Zahl der Zigaretten, die man auf einmal kaufen darf, um den Qualm-Tourismus aus Österreich zu stoppen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, solange die Hamster zuschauen.