Im Herzen des internationalen Wiederaufbaus herrscht helle Aufregung: Das Hilfswerk UNRWA will beim Wiederaufbau im Gazastreifen mitreden. Der Haken dabei: Niemand weiß genau, wo genau sie mitreden wollen, weil auf den Satellitenbildern nur noch ein großer Riss zu sehen ist.
"Ich habe schon lange nicht mehr so viel Platz gesehen", schwärmt ein UNRWA-Sprecher, der anonym bleiben möchte, weil er gerade dabei ist, eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes zu finden, die nicht voller Trümmer liegt. "Normalerweise müssen wir bei unseren Projekten immer aufpassen, dass wir nicht die eine oder andere Moschee oder Schule demolieren. Hier können wir endlich mal richtig austoben."
Der Schweizer UNRWA-Chef, Jahrgang 1964, der früher mal für seine Präzision bekannt war, wirkt sichtlich überfordert. "Wir brauchen Mitglieder des Friedensrates, die uns beim Aufbau der Fähigkeiten der Palästinenser eine Rolle zugestehen", betont er. "Am besten eine Rolle, die nicht in Fetzen liegt."
Währenddessen tagt in einer nicht genannten Location der von Donald Trump initiierte Friedensrat. Trump selbst leitet die Sitzung in einer speziell angefertigten Schutzweste, die ihn vor allen möglichen Projektilen schützt - vom Kieselstein bis zur Marschflugkörper. Kritiker des Gremiums werfen ihm vor, mit dem Friedensrat die UNO-Konkurrenz machen zu wollen. Trump kontert: "Ich will gar keine Konkurrenz, ich will einfach nur der Einzige sein, der übrig bleibt."
Die UNRWA-Mitarbeiter haben inzwischen eine neue Strategie entwickelt: Sie wollen das komplette Gebiet mit einem riesigen Netz abdecken und dann schauen, wo etwas durchfällt. "Wenn wir Glück haben, finden wir vielleicht noch ein paar intakte Rohre oder eine funktionierende Wasserleitung", hofft der Schweizer. "Schlimmstenfalls haben wir am Ende ein riesiges Netz voller Löcher. Aber hey, das können wir dann als Symbol für den Nahost-Friedensprozess verkaufen."
In der Bevölkerung wächst derweil die Ungeduld. "Ich warte schon seit Wochen auf einen Wiederaufbau", klagt ein Bewohner des Gazastreifens, der sich aus Sicherheitsgründen nur als "der da hinten" zu erkennen geben möchte. "Aber jedes Mal, wenn ein Helfer kommt, fliegt ihm die nächste Rakete um die Ohren. Das ist doch kein Wiederaufbau, das ist Russisches Roulette mit Bauschutt."
Die UNO hat inzwischen eine Hotline eingerichtet, unter der sich Helfer melden können, wenn sie einen noch intakten Stein gefunden haben. Bisher sind allerdings nur Anrufe aus Island und Grönland eingegangen, wo sich besorgte Bürger melden, die befürchten, dass ihre Häuser als nächstes dran sein könnten.
Der Schweizer UNRWA-Chef bleibt trotz allem optimistisch. "Wir werden schon einen Weg finden", verspricht er. "Notfalls erklären wir das ganze Gebiet zum Naturschutzgebiet und nennen es 'Gaza - die grüne Hölle'. Dann brauchen wir gar nicht mehr wiederaufbauen, sondern nur noch Schilder aufstellen."