Die Bewohner von Unterfrauenhaid sind begeistert. Endlich kann man auch nachts Fußball spielen - oder zumindest so tun, als würde man Fußball spielen. Die neue LED-Flutlichtanlage erhellt nicht nur den Sportplatz, sondern praktisch die halbe Gemeinde. Wer nach 22 Uhr noch nicht im Bett ist, kann jetzt die ganze Nacht über die neuen "verbesserten Trainingsmöglichkeiten" bewundern.
Die Gemeinde hat stolz verkündet, dass die Anlage "energieeffizient" sei. Das ist durchaus korrekt - wenn man darunter versteht, dass sie nur 30 Prozent mehr Strom verbraucht als das alte Flutlicht, das gerade so den Platz ausgeleuchtet hat. Aber hey, wer will schon im Dunkeln spielen, wenn man sich auch blenden lassen kann?
Die Investition war natürlich nicht billig. Aber das macht nichts, denn die LED-Technik ist ja "langlebig und wartungsärmer". Genau genommen ist sie so langlebig, dass sie vermutlich noch funktioniert, wenn der Fußballverein längst pleite ist und das Gelände als Solarfarm genutzt wird.
Besonders praktisch ist die neue Anlage für die Gemeindepolizei. Die 24-Stunden-Überwachungskamera, die automatisch eingeschaltet wird, wenn das Flutlicht an ist, hat schon zahlreiche Rasenflachser erwischt. Einer der Täter soll sogar versucht haben zu flüchten - was bei dieser Helligkeit aber nicht besonders clever war.
Die offizielle Einweihungsfeier wird groß gefeiert. Geplant ist ein Rahmenprogramm mit einem Drei-Gänge-Menü, das unter freiem Himmel serviert wird - damit man die neue Anlage auch von oben bewundern kann. Die Gemeindevertreter hoffen, dass sich der Stromverbrauch durch die vielen Gäste in Grenzen hält.
Kritiker merken an, dass man mit dem Geld auch einen richtigen Kunstrasen hätte kaufen können. Aber das ist ja zu einfach. Viel besser ist es, wenn man sich alle paar Jahre eine neue Flutlichtanlage leisten kann - dann hat man immer was zu feiern.
Für die Spieler bedeutet die neue Anlage vor allem eins: Sie müssen jetzt auch im Dunkeln ihre Taktik durchziehen. Der Trainer hat bereits neue Trainingspläne erstellt, die speziell auf die "verbesserten Lichtverhältnisse" zugeschnitten sind. Dazu gehört auch das nächtliche Kopfballempfangen von Leuchtstäben, damit die Spieler sich an die Helligkeit gewöhnen.
Die Burschen vom Ortsverein, die 1.000 Euro gespendet haben, sind besonders stolz. Sie hoffen, dass sich ihre Investition bald auszahlt - zum Beispiel durch höhere Mieteinnahmen, wenn der Platz nachts als Freiluftkino genutzt wird. Die Gemeinde prüft bereits, ob man nicht auch ein kleines Riesenrad aufstellen könnte - fürs Rahmenprogramm bei der Einweihungsfeier.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Unterfrauenhaid hat seine Sportanlage erfolgreich in ein Leuchtfeuer der Moderne verwandelt. Die LED-Technik leuchtet nicht nur den Sportplatz aus, sondern auch die Zukunft des Dorfes. Und wenn mal wieder jemand fragt, warum es in Unterfrauenhaid so hell ist, kann man stolz antworten: "Das ist unser Sportplatz. Der ist nachhaltig."