Vorbei sind die Zeiten, in denen das Werk in Osnabrück stolz auf die Produktion von studententauglichen Käfern und umweltfreundlichen E-Golfs blickte. Nein, jetzt geht es um'dekiabweiher und Raketenschilde. Volkswagen, der einstige Held der Straße, wird zum Rüstungsgiganten. Man stelle sich vor: Wo einst der VW-Bus die Straßen bereiste, rollen nun Teile für Raketenabwehrsysteme durch die Produktionshallen. Vermutlich wird der nächste Golf nicht mehr durch den Citytunnel, sondern durch die Stratosphäre kurven.
Die Begründung dafür ist so einfach wie genial: Anstatt die Arbeiter weiterhin mit der Herstellung von Luxusgütern wie Autos zu beschäftigen, setzen wir sie nun auf die Herstellung von Waffen. Schließlich ist es ja so viel edler, das Leben der Menschen durch die Herstellung von Raketenabwehrsystemen zu schützen, anstatt sie durch sichere und umweltfreundliche Fortbewegung zu unterstützen. Und wer weiß, vielleicht wird der nächste Porsche Panamera ja nicht mehr nur als Statussymbol, sondern auch als Sprengkopf genutzt.
Doch was bedeutet das für die Mitarbeiter? Keine Sorge, die Arbeitsplätze sind gesichert – nur die Berufe haben sich verschoben. StattAutomechaniker werden sie nun Raketentechniker, anstatt Aerodynamik zu studieren, lernen sie nun Physik und Ballistik. Und wer schafft es nicht, die neuesten Modelle der Raketenabwehrsysteme zu produzieren, der wird einfach in die Produktion der nächsten Generation von Rennenbomben umgesetzt.
Die Pointe an der ganzen Geschichte: Während Vincent van Gogh von Sonnenblumen träumte, träumen die Arbeiter in Osnabrück nun von explodierenden Sternen. Und während sich Volkswagen einst als Visionär der Elektromobilität positionieren wollte, wird es nun zum Visionär der Raketentechnologie. Denn wer braucht schon Autobahnen, wenn man Flächenverteidigungssysteme hat? Vielleicht ist das der nächste Schritt in der Evolution des Automobils – vom klappernden Käfer zum fliegenden Kriegsschiff.
Am Ende des Tages bleibt die Frage: Worauf haben sich die Verhandlungspartner eigentlich geeinigt? Auf eine Partnerschaft, die so ungewollt wie unausweichlich ist, wie ein Date nach einer Blindverkuppelung. Doch hey, wer weiß, vielleicht wird aus dieser unseligen Ehe ja doch noch etwas Gutes. Vielleicht werden die Raketen so gut, dass sie sogar Autofahrer dazu bewegen, den Blinker zu setzen. Das wäre dann wirklich eine Revolution.