Endlich mal eine Sportart, bei der auch späte Entwickler noch eine Chance haben! Im österreichischen Skiverband wird man erst mit 25 so richtig erwachsen. Vorher ist man ja nur ein "junger Wilder" mit unerfülltem Potenzial und einer Vorliebe für Knieverletzungen.
Nehmen wir Anna Schilcher, die mit ihren 26 Jahren bereits als "ewige Europacup-Führende" gilt. Während ihre Altersgenossen in anderen Sportarten schon mit Familie und Hausbau beschäftigt sind, düst sie noch immer durch den zweiten Weltcup. Da kommt man sich vor wie bei einer Schule für Erwachsene, wo die Prüfung zum "fertigen Skirennläufer" immer wieder verschoben wird.
Der österreichische Alpindirektor Christian Mitter erklärt das Ganze ganz pragmatisch: "Der 2000er-Jahrgang wäre eigentlich einer unserer stärksten, aber fast alle wurden durch Verletzungen aufgehalten." Na klar, da kann man ja nur hoffen, dass die Verletzungen noch ein bisschen länger anhalten, damit die Athleten auch wirklich schön alt für ihre Klasse werden.
Und dann ist da noch Manuel Traninger, der mit 27 Jahren endlich seinen ersten fixen Weltcup-Startplatz im Super-G anpeilt. Mit anderen Worten: Der Mann ist fast so alt wie einige der Trainer und könnte theoretisch selbst als Co-Trainer fungieren. Aber nein, er muss noch immer beweisen, dass er den Abfahrtski unter Kontrolle hat.
Besonders tragisch ist die Situation im Riesentorlauf. Hier ist Österreich bei Frauen wie Männern ein "Niemandsland" - was ja auch bedeutet, dass es hier niemanden stört, wenn man mit 30 noch immer nicht so richtig den Bogen raus hat. Die fünf österreichischen Punktesammler in dieser Disziplin könnten eine eigene Seniorenmannschaft bilden.
Aber hey, es gibt ja auch positive Aspekte! Wer mit 25 noch im Europacup fährt, hat die einzigartige Möglichkeit, die Karriere so lange wie möglich hinauszuzögern. Kein Stress mit Sponsorenverträgen, keine Pressekonferenzen, keine Dopingkontrollen um 6 Uhr morgens. Einfach Skifahren, verletzen, auskurieren, wieder Skifahren.
Die Zukunft des österreichischen Skisports sieht also rosig aus - zumindest für alle, die gerne ewig jung bleiben möchten. Während in Norwegen bereits die nächste Generation Weltcup-Punkte sammelt, können wir uns hier gemütlich zurücklehnen und darauf warten, dass unsere Hoffnungsträger endlich das Ski-Abi schaffen.
Vielleicht sollten wir das ganze System mal umkrempeln: Statt in Weltcup und Europacup zu unterscheiden, könnten wir Altersklassen einführen. Dann hätten wir endlich faire Wettkämpfe zwischen gleichaltrigen Athleten. Die 20-25-Jährigen gegen die 25-30-Jährigen - wer weiß, vielleicht würde Österreich dann endlich wieder Medaillen gewinnen!
Aber bis dahin heißt es weiter warten, hoffen und verletzen. Denn im österreichischen Skiverband gilt: Wer mit 30 noch keinen Weltcup-Punkt hat, ist noch lange kein alter Sack. Sondern ein hoffnungsvolles Talent mit viel Durchhaltevermögen.