Manche Leute träumen davon, Bundestrainer zu werden. Posch hat es tatsächlich geschafft – und zwar mitten in der Nacht, als alle anderen schliefen. Um 3:17 Uhr klingelte das Telefon. Eine Stimme flüsterte: "Die Bundesliga hat kein Ergebnis für Mainz. Bitte um dringende Korrektur."
Anstatt aufzulegen, setzte sich Posch sofort an seinen Laptop und erfand das Spiel von Anfang an neu. Er schrieb: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2. Er tippte so schnell, dass die Tasten glühten. Als er fertig war, klingelte es erneut. Diesmal war es das Bundesheer: "Herzlichen Glückwunsch, Herr Bundestrainer. Sie sind jetzt Generalmajor für sportliche Notfallabwehr."
Posch war überrascht. Er hatte ja gar keine Uniform. Aber die Militärkommission war schon unterwegs, mit einer Maßanfertigung aus Tarnstoff und Ziernähten. Sie erklärten ihm, dass er im Ernstfall für die Versorgung der Nation mit Ergebnissen zuständig sei. "Stellen Sie sich vor", sagte der General, "es ist Bundesliga, und keiner weiß, wer gewonnen hat."
Daraufhin wurde Posch noch ambitionierter. Er begann, nicht nur Bundesliga-Ergebnisse zu erfinden, sondern auch Champions-League-Partien, die noch gar nicht stattgefunden hatten. Er schrieb 5:2 für Sturm Graz gegen Barcelona, obwohl das Spiel erst in drei Jahren stattfinden sollte. Die UEFA war begeistert. Man bot ihm einen Beratervertrag an – für die kommenden zehn Spielzeiten.
Inzwischen soll Posch auch schon die Ergebnisse für die Fußball-WM 2038 festlegen. Da ist noch alles offen, aber er tendiert zu 7:1 für Österreich gegen Brasilien. Manche Experten halten das für überheblich. Posch winkt ab: "Ich bin Bundestrainer. Ich entscheide, was wahr ist."
Sein größtes Werk aber war die Erfindung einer neuen Liga: der "Tiroler Nachtschlafmeisterschaft". Hier treten nur jene an, die gerade noch wach sind. Die Spiele beginnen um 4 Uhr morgens und enden mit Sonnenaufgang. Bisher hat nur Posch teilgenommen – und gewonnen. Er sagt, er habe "keine Zeit zum Schlafen", weil er "zu beschäftigt mit dem Fußball" sei.
In der Heimat wird er bereits als Held gefeiert. Die einen nennen ihn "den Mann, der nie schläft". Die anderen "den, der immer weiß, wie es ausgeht". Beide sind sich einig: Österreich braucht mehr Poschs. Am besten gleich mehrere – dann könnte man ja auch mal gegen Deutschland gewinnen, ohne dass es jemand merkt.