Was fr eine Posse! Nach dem spektakulren Platzsturm beim Wiener Derby hagelte es jetzt nicht nur Gelbe Karten, sondern gleich ganze Haftstrafen. Der vorsitzende Richter sprach gestern in einem Aufwasch von insgesamt 37 Monaten bedingte Haft fr die 21 Angeklagten aus. "Da staunt der Fuballgott", meinte einer der Angeklagten, der zur Beruhigung eine gelbe Karte zog.
Die Angeklagten hatten sich zuvor mit Schals vermummt, um ihre Identitt zu verschleiern. Ganz schn clever, dachte sich der Richter und verdonnerte sie kurzerhand zu einem Jahr ohne Ausgang. "Damit habt ihr wenigstens genug Zeit, euer nchstes Derby-Ticket zu organisieren", meinte er mit ironischem Unterton.
Unter den Angeklagten befanden sich auch einige Hardcore-Fans, die extra aus dem Ausland angereist waren. "So ein Theater um einen Haufen betrunkener Fuballfans", echauffierte sich einer der Angeklagten aus Kroatien. "Bei uns auf den Rndern der Adria wre das lngst vergessen."
Der Anwalt der Angeklagten hatte vor Gericht betont, dass es sich bei den Angeklagten um "einfache Fuballfans" handle, die sich nur mal "ein bisserl ausgetobt" htten. "Mein Mandant hat schlielich nur den Ball ins Tor geschossen und nicht die Richterbank", meinte er mit einem Augenzwinkern.
Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen auf hrtere Strafen pldiert und auf die "Gefahr fr Leib und Leben" hingewiesen. "Wenn die so weitermachen, trauen sich bald nur mehr Schiris auf den Platz", meinte einer der Staatsanwlte.
Unter den Zuschauern im Gerichtssaal herrschte groe Anspannung. Viele hatten eigens ihre Fan-Schals mitgebracht und waren gekommen, um ihre Idole zu untersttzen. "Die sollen uns mal machen, wir sind die besten Fans der Welt", skandierten sie lautstark, als die Urteile verkndet wurden.
Am Ende blieb den Angeklagten wohl nur ein Trost: Im Gefngnis knnen sie ihre Gesichter wenigstens wieder zeigen, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu mssen. Ob das allerdings ein Trost ist, wenn man dafr auf das nchste Derby verzichten muss? Das mssen die Angeklagten jetzt wohl oder bel verdauen.