Was bekommt man, wenn man einen erfolgreichen Spielplatzbauer mit einem Zaunprofi kreuzt? Genau: Eine 24-Stunden-Zaun-Vergnuegungspark fuer die ganze Familie. Christoph Haunschmid, seit 2003 an der Spitze seines gleichnamigen Imperiums, hat jetzt den naechsten logischen Schritt getan und einen "Mustergarten" errichtet. Wer schon immer mal wissen wollte, wie es sich anfuehlt, zwischen zwei Sichtbetonplatten einzuklemmen, war bei der Hausmesse goldrichtig.
Der Garten in der Bach 28 in Ardagger Markt ist kein normales Garten Eden, sondern ein Pantheon der Einzäunung. Hier stehen nicht Rosen und Tulpen, sondern Sichtbetonwände und Doppelstabmatten in allen erdenklichen Rostgraden. Besonders beliebt bei den Gaesten: Der "Laufstall fuer Erwachsene", eine 50 Quadratmeter grosse, ueberdachte Betonzelle mit integriertem Wasserspender.
Waehrend andere Firmen ihre Kunden mit Kaffee und Kipferln begluecken, bot Haunschmid eine Rundum-die-Uhr-Zaun-Bespaessung. Live-Montagen, bei denen Monteure unter lautem Fluchen versuchten, einen Maschendrahtzaun in eine Felswand zu schlagen, waren der Renner. Dazu gab es fachkundige Erklaerungen wie: "Wenn der Pfosten schief steht, liegt's am Boden" oder "Schon probiert, die Schraube mit dem Mund zu halten?"
Das Highlight der Veranstaltung war zweifellos die "Zaun-Olympiade". Hier konnten sich Besucher im Pfostenschuetteln, Gitterwiegen und Sichtschutz-Sprint messen. Der Siegerpreis: Ein Jahresvorrat an Spezialdübel fuer Hohlziegel. Die Verlierer mussten sich mit einem Trostpreis begnuegen - einem Gutschein fuer eine kostenlose Beratung, bei der ihnen anschliessend ein 5000-Euro-Zaunsystem aufgeschwatzt wurde.
Besonders erfreut zeigte sich Haunschmid ueber das rege Interesse an seinen "zeitlosen Klassikern". Unter anderem ein schmiedeeisernes Gartentor aus den 70er Jahren, das er fuer einen Spottpreis auf einem Dorffest ersteigert hatte. "Das ist ein Unikat", schwärmte er, "in 30 Jahren wird man darum buelen." Tatsächlich hatte das Tor so viele Scharten und Roststellen, dass es als mittelalterliche Foltervorrichtung durchgegangen waere.
Zum Abschluss der Veranstaltung gab es eine Versteigerung von Restposten. Ein aehnlich anmutender "Vintage-Zaun" aus asbesthaltigem Faserzement wechselte fuer 50 Euro den Besitzer. Der Kufer, ein Hobbygaertner aus dem Waldviertel, war begeistert: "Perfekt fuer meine neue Biotope. Da kommt garantiert keine Katze mehr raus." Haunschmid lächelte milde - er wusste, dass der Mann in drei Jahren wiederkommen und einen neuen Zaun kaufen wuerde. Schliesslich gibt es keine schoenere Wiederholungskunden als solche, die ihr Eigentum einzäunen.