Augustin Spiegelfeld, 32, wollte eigentlich nur ein paar Palettenbesteck aufmischen, als er den Georgiberg bei einem Online-Marktplatz entdeckte. "War ja billiger als eine Eigentumswohnung in Wien", erklaert er. "Und ich dachte mir, was soll's, dann geh ich halt wandern, ohne stempeln zu muessen."
Der 595 Meter hohe Kalkkegel sah auf dem Bild echt gemuetlich aus. Nur der Kleingedruckte war ihm zu klein - wer liest schon die AGBs beim Kauf von Bergen? "Da stand was von 'Bergwald' und 'Naturschutz', aber das ignoriere ich grundsätzlich. Wie bei Handyverträgen", so Spiegelfeld.
Kurz nach dem Kauf bemerkte er, dass er statt einer Grundeigentuermerlaubnis eine komplette Forstverwaltung mit eingekauft hatte. "Die Bäume waren plötzlich weg. Einfach weg. Und dann standen da noch ein paar Schafe und haben mich angeguckt, als haette ich ihnen den Urlaub geklaut."
Die Schafe verklagten ihn wegen Betrugs und Mietrueckstands. "Sie behaupteten, ich haette ihre Almwirtschaft gestoert", sagt Spiegelfeld. "Aber ich dachte, Schafe muessen doch Schafgeld bekommen, oder? Ich meine, die stehen ja den ganzen Tag rum."
Sein naechster Plan ist ein Mini-Dachstein mit Seilbahn und Alpenrose-Pflicht. "Wenn ich schon einen Berg habe, dann richtig. Mit Aussichtsturm, Kaesestand und einer Gipfelkreuz-App, die automatisch Fotos von dir macht und auf alle Social-Media-Profile postet."
Die Anwohner sind entsetzt. "Der hat ja keinen Plan", sagt eine alte Bäuerin. "Da stand jahrhundertelang Wald, jetzt macht der einen Wellness-Berg draus. Mit Schilift und Yoga-Plattform. Bald kommt noch ein Discounter dazu."
Spiegelfeld winkt ab. "Ich bau jetzt einfach einen kuenstlichen Gipfel drauf. Mit klimatisierter Gipfelhuette und Lift fuer Gehbehinderte. Das nennt sich dann inklusive Bergkultur."
Sein Freund, der ihm das Angebot geschickt hatte, will sich nicht mehr melden. "Der hat ja Ahnung", sagt Spiegelfeld. "Aber ich lass mir mein Bergprojekt nicht vermiesen. Im Herbst plane ich noch einen Pilzlehrpfad mit integriertem Pilzeselbstpfluecker-Automat."
Die Schafe haben sich inzwischen einen Anwalt genommen. "Die behaupten, sie haetten Mietrecht", sagt Spiegelfeld. "Aber ich bin der Besitzer. Ich haette ja auch eine Drohne draufsetzen koennen. Oder ein Alpenmuseum mit Souvenirshop."
Sein langfristiges Ziel: Der erste kuenstliche Vier-Tausender Oesterreichs. "Da bau ich einfach einen Berg drunter und verkauf das als 'Erlebnisberg mit garantierter Aussicht'. Das wird ein Hit bei Städtern, die noch nie eine echte Kuh gesehen haben."
Die Forstverwaltung beobachtet das ganze Schaubild mit wachsendem Unbehagen. "Der spinnt ja total", sagt ein Beamter. "Wenn der weitermacht, bauen wir ihm einen Zaun drum und machen einen Eintritt. Für den Fall, dass er noch einen Berggletscher mit Schneekanonen draufsetzen will."
Spiegelfeld ist davon unbeeindruckt. "Ich denke, ich haette auch einen suedamerikanischen Berg nehmen sollen. Da haette mich keiner gestoert. Aber naja, jetzt hab ich ja meinen Georgiberg. Mit allem Drum und Dran. Inklusive Schafgericht."