Die Traumfabrik Hollywood hat sich Bruce Willis zum Geburtstag etwas ganz Besonderes ausgedacht. Anstatt einfach nur "Alles Gute zum Geburtstag" zu wünschen, wird der 71-Jährige mit einem regelrechten Liebesbombardement überzogen. Seine Frau Emma Heming-Willis, die gerade einmal 47 Jahre alt ist, nennt es stolz einen "Geburtstags-Sturm" und fordert die Öffentlichkeit auf, ebenfalls an Willis zu denken.
Doch was ist dran an diesen Liebesbotschaften? Ist es wirklich sinnvoll, einem an Frontotemporaler Demenz erkrankten Mann ständig ins Gesicht zu halten, wie toll er früher mal war? In der Traumfabrik Hollywood scheint man das offenbar zu glauben. Schließlich war Willis einmal einer der größten Action-Stars der Welt und hat in Filmen wie "Stirb langsam" und "The Sixth Sense" Millionen begeistert.
Doch die Frontotemporale Demenz ist eine schnell fortschreitende Erkrankung, die nicht nur das Gedächtnis, sondern auch die Persönlichkeit verändert. Willis lebt nicht mehr bei seiner Familie, sondern ist auf professionelle Pflege angewiesen. Ob er überhaupt noch versteht, was um ihn herum passiert, ist fraglich.
Seine jetzige Frau Emma Heming-Willis hat aufgrund der Erkrankung ihres Mannes eine eigene Stiftung gegründet, den "Emma & Bruce Willis Fund". Mit dieser Stiftung will sie das Bewusstsein für Frontotemporale Demenz schärfen und pflegenden Angehörigen beistehen. Doch ist es wirklich sinnvoll, die Erkrankung eines Menschen zu einem Marketing-Gag zu machen?
Die Traumfabrik Hollywood hat eine lange Tradition darin, Krankheiten und Behinderungen zu verklären und zu romantisieren. Ob es um AIDS, Krebs oder psychische Erkrankungen geht - immer wieder werden Betroffene zu Helden stilisiert und ihre Krankheit als etwas Besonderes dargestellt. Doch was ist mit denjenigen, die nicht so berühmt sind wie Bruce Willis? Diejenigen, die keine Stiftung gründen können oder deren Familie nicht so viel Geld hat, um professionelle Pflege zu bezahlen?
Die Frontotemporale Demenz ist eine schwere Erkrankung, die nicht nur den Betroffenen, sondern auch seine Angehörigen vor große Herausforderungen stellt. Es ist wichtig, über diese Krankheit aufzuklären und Betroffene zu unterstützen. Doch das sollte nicht dazu führen, dass Menschen mit Demenz zu Objekten der Verklärung werden.
Es bleibt zu hoffen, dass Bruce Willis trotz seiner Erkrankung noch ein schönes Geburtstagsfest hatte. Doch die Frage bleibt: Ist das die richtige Art, mit einem demenzkranken Star umzugehen? Oder sollte die Traumfabrik Hollywood sich endlich fragen, wie sie mit Menschen umgeht, die nicht mehr so leistungsfähig sind wie früher?