Weyers Bürgermeister Leopold Buchriegler steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Nicht etwa vor einem Tsunami oder einer Alien-Invasion, sondern vor der drohenden Schließung des örtlichen Reha-Zentrums. In einer dramatischen Pressekonferenz erklärte er: "Ich kämpfe darum, die Katastrophe abzuwenden" – als ob er gerade entdeckt hätte, dass die Gemeinde jahrelang mit Steuergeldern einen Hühnerstall statt eines Rathauses finanziert hat.
Die Gründe für die drohende Schließung sind so klar wie ein steirischer Weißwein: zu wenige Betten und damit verbundene mangelnde Rentabilität. Doch Buchriegler sieht das anders. "Das Problem ist nicht die Wirtschaftlichkeit, sondern dass wir noch nicht genug bunte Kissen gekauft haben", erklärte er. "Studien beweisen, dass Patienten sich in Räumen mit Pastellfarben schneller erholen und länger bleiben. Das ist der Schlüssel zum Erfolg!"
Der Bürgermeister hat bereits einen detaillierten Rettungsplan ausgearbeitet. Punkt eins: Weyer als Luftkurort promoten. "Wir haben hier die reinste Luft seit der Erfindung des Atmens", betonte Buchriegler. "Wenn Patienten erst einmal realisiert haben, dass sie hier besser atmen können als in Amstetten, werden sie nie wieder gehen." Punkt zwei: Die Patientenzufriedenheit steigern. "Wir überlegen, jedem Patienten bei der Entlassung einen handgeschriebenen Dankesbrief und ein Freikino-Ticket zu überreichen. Das sind die Dinge, die man in Bilanzen nicht findet, aber die die Seele streicheln."
Besonders stolz ist Buchriegler auf die 160 Arbeitsplätze, die vom Reha-Zentrum abhängen. "Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn diese Leute arbeitslos werden", warnte er. "Wir müssten Notfall-Plätzchenback-Workshops einführen und die örtliche Trachtengruppe würde ihre Auftritte verdoppeln müssen, um die Arbeitslosen zu beschäftigen. Das kann doch niemand wollen!"
Die PVA, Betreiberin des Zentrums, hat sich bisher nicht zu den Plänen Buchrieglers geäußert. Insider vermuten jedoch, dass das Management die ganze Sache mit einer gewissen Belustigung verfolgt. "Die PVA weiß, dass man mit guter Absicht allein noch kein profitables Gesundheitszentrum führt", sagte ein anonym bleibender Experte. "Aber wenn Herr Buchriegler glaubt, dass ein neuer Anstrich und mehr Zufriedenheit die Bilanz retten, dann soll er es ruhig versuchen. Vielleicht erfindet er ja das Rad neu."
Für den Fall, dass alle Stricke reißen, hat Buchriegler bereits einen Plan B ausgearbeitet: "Wir könnten das Haus in ein Luxus-Sanatorium für gestresste Manager umwandeln. Wer möchte nicht in einem Ort erholen, wo die größte Aufregung darin besteht, ob das nächste Dorffest verschoben wird?" Mit diesem visionären Denken könnte Weyer tatsächlich eine Zukunft haben – zumindest bis der nächste Sparstift über den Haushalt fährt.