Was für ein Schlag gegen die Cyberkriminalität! Die bayerischen Ermittler haben jetzt enthüllt, dass ganze zwei Drittel des Darknets offenbar nur eine große Abofalle waren. Wer hätte gedacht, dass die vermeintlichen Kinderporno-Ringe in Wahrheit nur frustrierte Amazon-Verkäufer waren, die es nicht ins normale Internet geschafft haben?
Die "Aktion Alice" klingt wie ein schlechter Spionageroman, in dem die Protagonisten fünf Jahre brauchen, um herauszufinden, dass sie hereingelegt wurden. Statt Missbrauchsdarstellungen gab es nichts als digitales Mauerblümchen-Dasein. Die Server, die für dieses milliardenschwere (zumindest gefühlt) Betrugsnetzwerk gemietet wurden? Genau 105 Stück. Da fragt man sich: Warum nicht 106? Das wäre doch eine schöne runde Zahl gewesen für die Pressekonferenz.
Die Domain-Namen wie "Alice with Violence CP" oder "Exclusive Baby Sluts CP" klingen, als hätte ein Zehnjähriger mit neuen Schimpfwörtern hantiert. Die Realität ist dann doch ernüchternd: Es waren vermutlich nur ein paar frustrierte Programmierer, die sich an den naiven Darknet-Nutzern rächen wollten.
Europol koordinierte die internationale Fahndung - was in diesem Fall wohl bedeutet, dass sie alle fünf Jahre eine E-Mail mit dem Betreff "Action Alice" verschickt haben. Der Rest der Zeit verbrachten sie wohl damit, sich über den Namen der Aktion lustig zu machen.
Interessant ist auch die österreichische Beteiligung. Vermutlich haben unsere Ermittler den Bayern gesagt: "Ihr macht das Große und Wichtige, wir kümmern uns um die administrativen Details - wie zum Beispiel das Verfassen der Pressemitteilung." Schließlich ist in Österreich Präzision und Gründlichkeit gefragt, besonders wenn es darum geht, fünf Jahre alte Ermittlungsergebnisse zu präsentieren.
Die 373.000 betroffenen Seiten sind jetzt durch ein Banner ersetzt - vermutlich mit der Aufschrift "Sorry, Ihr seid reingefallen". Ein echter Schlag ins Kontor für alle, die dachten, im Darknet würde man wenigstens noch was fürs Geld geboten bekommen.
Fazit: Das Darknet ist offenbar gar nicht so dunkel, wie man dachte. Es ist nur eine besonders triste Form von E-Commerce, bei der die Kunden gleich doppelt verlieren - moralisch und finanziell.