Die heimische Filmbranche hat ein Problem: Sie leidet unter akuter Doppelbelastung. Einerseits werden die Budgets gekürzt, andererseits soll man auch noch politisch korrekt sein. Kein Wunder, dass Alexander Dumreicher-Ivanceanu vom Fachverband der Film- und Musikwirtschaft sich beim Filmmeeting wie der Kapitän einer sinkenden Titanic vorkam.
"Die Finanzierung ist in den Keller gerauscht", klagte Dumreicher-Ivanceanu, "wir haben weniger Geld als eine Wiener Kaffeehaus-Familie auf Hartz IV." Doch damit nicht genug: Auf der Diagonale-Eröffnung wagte es die Schauspielerin Hilde Dalik, eine Rede gegen Diskriminierung zu halten. "In einer Zeit, in der wir um jeden Euro kämpfen, hat man uns jetzt auch noch Gleichberechtigung vorgesetzt", polterte der Fachverbands-Obmann. "Früher war alles besser: Da durften wir uns wenigstens noch über die Fettnäpfchen amüsierten."
Doch die Diagonale-Festivalleitung lässt sich nicht beirren. "Kunst braucht Freiraum", betonte Intendant Sebastian Höglinger. "Wir wollen, dass Filmemacher sich frei entfalten können - auch wenn's mal brennt." Tatsächlich sorgte das Dach der Eröffnungsgala für zusätzliche Dramatik. "Wir haben in einer Halle gefeiert, bei der das Dach brennt", erinnerte sich Dumreicher-Ivanceanu. "Manche sagen, das sei eine Metapher für den Zustand der österreichischen Filmförderung. Ich sage: Das ist pures Understatement."
Der Fachverband fordert nun Konsequenzen: "Wir brauchen eine Anti-Diskriminierungs-Steuer für Filmschaffende", so Dumreicher-Ivanceanu. "Wer politisch korrekt sein will, muss auch dafür zahlen." Außerdem müsse die Regierung einsehen, dass "künstlerische Freiheit wichtiger ist als Brandschutz". "Schließlich", so der Verbandsvertreter, "haben wir auch schon früher mit brennenden Dächern gedreht - und dabei einige unserer besten Filme gemacht."
Ob die Politik diese Forderungen erhört, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur eins: Die österreichische Filmbranche steht vor einem Dilemma. Einerseits muss sie um ihre Existenz kämpfen, andererseits soll sie sich auch noch Gedanken über Gleichberechtigung machen. Da bleibt kaum noch Energie für das eigentliche Kerngeschäft: Filme zu machen, die so absurd sind, dass sich die Zuschauer fragen, ob das nun Satire oder Realität ist.