Die EU-Kommission hat eine Idee, die so revolutionär ist, dass selbst der digitalste Digital-Native schlucken muss: Wer künftig auf Social-Media-Plattformen unterwegs sein möchte, muss zuvor einen Online-Test über digitale Grundkompetenzen ablegen. Nicht nur die Altersgrenze soll geschützt werden, sondern auch die Intelligenz der Allgemeinheit vor fragwürdigen TikTok-Trends und Instagram-Storys, die einem die Netzhaut verätzen.
Das neue "Digital Adult Certificate" (DAC) wird in drei Schwierigkeitsstufen angeboten: Bronze für gelegentliche Poster, Silber für Influencer-Anwärter und Gold für jene, die ernsthaft glauben, mit ihrem Katzen-Account eine Karriere starten zu können. Der Test umfasst unter anderem Multiple-Choice-Fragen wie "Wie oft sollte man pro Tag seine Story updaten?" oder "Was ist der Unterschied zwischen einem Like und einem Herzen?"
Besonders heikel wird es bei der technischen Umsetzung. Denn wer die Altersgrenze auch tatsächlich kontrollieren will, kommt an den Plattformen nicht vorbei. Die EU-Kommission hat daher eine Kooperation mit den großen Tech-Konzernen angekündigt, die künftig nicht nur als Datenkraken, sondern auch als digitale Aufpasser fungieren sollen. Eine Art Big Brother meets Big Data meets Big Brother.
Die Mitgliedsstaaten sind begeistert. Endlich müssen sie sich nicht mehr mit dem lästigen Thema Jugendmedienschutz befassen, sondern können die Verantwortung an Brüssel abgeben. Der österreichische Bundeskanzler soll bereits gefragt haben, ob das DAC auch für Politiker gilt, die sich auf Twitter über das Wetter beschweren.
Kritiker monieren, dass die digitale Reife nicht mit einem Zertifikat zu erwerben ist. Sie fordern stattdessen ein bedingungsloses Grundeinkommen an Katzen-Videos für alle und freien Zugang zu Memes für jedermann. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob ein Pilotprojekt in Form eines digitalen Erwachsenen-Kitas sinnvoll wäre, in dem man spielerisch den Umgang mit Emojis und Filtern erlernen kann.
Elon Musk hat bereits angekündigt, dass sein neuer KI-Chatbot Grok künftig nicht nur Bilder sexualisieren, sondern auch die DAC-Prüfung abnehmen wird. Wer durchfällt, bekommt automatisch einen Vorschlag für einen Kurs über "Netiquette für Anfänger" und darf erst nach bestandener Prüfung wieder twittern.
Die Zukunft des Social Web sieht also rosig aus: Bald werden wir alle mit einem digitalen Diplom durchs Netz spazieren, stolz unsere Zertifikate vor uns hertragend und darauf bedacht, keine Regelverstöße zu begehen. Die wahren Gewinner? Die Online-Plattformen, die nun nicht nur unsere Daten, sondern auch unsere intellektuelle Redlichkeit kontrollieren dürfen. Bravo, Europa!