Es ist vollbracht. Die Zukunft hat einen Vertrag unterschrieben. Zumindest behauptet das Hannes Rauch, Geschäftsführer des FC Wacker Innsbruck, der laut eigener Aussage mit der Zukunft bereits eine Einigung erzielt hat. Der Haken: Die Zukunft ist noch nicht geboren.
Rauch präsentierte den Vertrag stolz in seiner Büro-Küche, die er aus Platzgründen mit dem Besprechungszimmer teilt. "Das ist ein historischer Moment", erklärte er, während er das Dokument auf den Tisch legte, auf dem noch die Ketchup-Flecken vom letzten Mittagessen zu sehen waren. "Wir haben die Weichen für den Aufstieg gestellt, noch bevor der Gegner überhaupt weiß, dass es ihn gibt."
Der Vertrag sieht vor, dass die Zukunft dem Verein exklusiv zur Verfügung steht, sobald sie existiert. Im Gegenzug erhält sie einen Kaffeeautomaten, der noch nicht erfunden wurde, und das Versprechen, ihren Namen irgendwann einmal auf der Tribüne zu verewigen. "Wir haben uns auf alle Eventualitäten geeinigt", so Rauch. "Selbst darauf, dass die Zukunft vielleicht gar nicht Fußball spielen will."
Die Fans reagierten mit gemischten Gefühlen. Während einige den Mut des Managements lobten, etwas für die Nachwelt zu tun, organisierten andere bereits eine Demonstration. "Wir wollen jetzt Erfolge, nicht in 20 Jahren", skandierten sie auf selbstgebastelten Plakaten. "Die Zukunft ist noch nicht mal im Kader und schon wird sie bevorzugt behandelt!"
Rauch zeigte sich unbeeindruckt. "Die Fans verstehen nicht, dass man manchmal in die Zukunft investieren muss. Wir haben mit der Zeit selbst einen Prenzlauer Berg geschlossen." Als darauf hingewiesen wurde, dass es sich um einen Prenzlauer Berg handelt und nicht um einen Zeit-Vertrag, winkte er ab. "Ist doch egal, Hauptsache die Zukunft fühlt sich ernst genommen."
Experten sprechen bereits von einem neuen Trend im Profifußball. "Wenn man mit der Zukunft Verträge schließen kann, warum dann nicht gleich mit der Vergangenheit?", mutmaßt Sportdirektor Klaus Übermorgen. "Stellen Sie sich vor, man holt den Torschützenkönig von 1954 zurück ins Team. Das wäre ein echter Transfer-Coup."
Unterdessen bereitet sich die Zukunft auf ihren ersten Arbeitstag vor. Sie übt bereits das Unterschreiben von Autogrammkarten und überlegt, ob sie sich eine Frisur zulegen soll, die in 20 Jahren noch modern ist. "Ich freue mich riesig", ließ sie über einen Boten ausrichten, der gerade durch einen Zeit-Riss in Rauchs Büro gefallen ist. "Endlich mal eine Stelle, bei der ich nicht befristet bin."