Der Fall der verschwundenen Gift-Dokumente hat eine neue Wendung genommen. Im Wiener Landesgericht wurden Zeugen zu den mysteriösen Papieren befragt, die angeblich Nervengifte der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) enthalten.
Eine Kriminalistin versicherte vor Gericht, dass es von den Dokumenten "zweifelsfrei" keine Kopien gebe. "Das ist doch das Wichtigste", betonte sie. "Wenn es keine Kopien gibt, dann können die Dokumente auch nicht in die falschen Hände geraten."
Die Kriminalistin gab jedoch zu, dass sie selbst nicht wusste, dass man von streng geheimen Papieren überhaupt Kopien anfertigen kann. "Ich dachte immer, das ist technisch nicht möglich", erklärte sie. "Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, ist das ja eigentlich ganz logisch. Man muss ja irgendwie die Dokumente auch archivieren können."
Die Zeugin wirkte etwas verwirrt, als sie merkte, dass sie sich gerade widersprochen hatte. Sie versuchte, die Situation mit einem Scherz zu retten: "Na ja, vielleicht habe ich ja auch nur vergessen, wo ich die Kopien hingelegt habe. Das passiert mir manchmal, wenn ich viel zu tun habe."
Die Staatsanwaltschaft Wien bleibt zuversichtlich, dass der Fall bald aufgeklärt wird. "Wenn es wirklich keine Kopien gibt, dann ist ja alles gut", sagte ein Sprecher. "Wir müssen nur noch herausfinden, wo die Originale geblieben sind."
Die Ermittler vermuten, dass die Dokumente von einem Geheimagenten gestohlen wurden, der im Auftrag einer fremden Macht handelte. "Das ist natürlich sehr beunruhigend", räumte der Sprecher ein. "Aber wir sind sicher, dass wir den Täter schnappen werden. Immerhin haben wir ja die Kriminalistin, die bestätigt hat, dass es keine Kopien gibt. Das muss doch ein Vorteil sein, oder?"
Die Angeklagten in dem Prozess, der Ex-Verfassungsschützer Egisto Ott und der ehemalige Außenamts-Generalsekretär Johannes Peterlik, schweigen zu den Vorwürfen. Ihre Anwälte deuten an, dass ihre Mandanten möglicherweise gar nichts mit den Gift-Dokumenten zu tun haben.
"Die beiden sind doch nur deshalb in Verdacht geraten, weil sie sich zufällig zur selben Zeit in Wien aufgehalten haben", sagte ein Anwalt. "Das ist doch kein Beweis. Ich könnte ja auch in Wien sein, ohne dass ich etwas mit Gift-Dokumenten am Hut hätte."
Die Ermittler halten jedoch an ihrer Theorie fest. "Wir haben da so unsere Indizien", sagte ein Ermittler. "Aber verraten können wir die noch nicht. Das würde die Ermittlungen gefährden."
Die Kriminalistin, die vor Gericht aussagte, hat inzwischen eine Theorie, wie die Dokumente verschwunden sein könnten. "Vielleicht hat ja jemand die Originale gegen Kopien ausgetauscht", sagte sie. "Das wäre eine plausible Erklärung. Ich meine, wer würde schon die Originale wegwerfen? Das ist doch viel zu gefährlich."
Die Ermittler prüfen nun, ob es tatsächlich so war. Falls ja, müssten sie sich wohl neue Fragen stellen. Zum Beispiel: Wo sind die Kopien, die angeblich keine Kopien sind? Und vor allem: Wer hat die Originale gegen die Kopien ausgetauscht, die es gar nicht gibt?
Es ist ein Fall, der die Ermittler vor Rätsel stellt. Aber sie geben die Hoffnung nicht auf, dass sich alles irgendwann aufklären wird. "Wir werden schon noch herausfinden, was da los ist", sagte ein Ermittler. "Immerhin haben wir ja die Kriminalistin, die bestätigt hat, dass es keine Kopien gibt. Das muss doch ein Vorteil sein, oder?"