Schon wieder hat ein Malzirkel christliche Bauten als Bastelflche entdeckt. Diesmal traf es die Filialkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Strassen, die nun in einem knalligen Neon-Look erstrahlt. Die Täter schlugen offenbar in der Nacht auf Samstag zu, als der Pfarrer nicht aufpasste. Sie hinterliessen eine Botschaft, die nur in Graffiti-Sprache verstaendlich ist: "Da draussen ist alles kaputt, also hauen wir auf Gott ein."
Die Polizei spricht von einem dreistelligen Euro-Schaden. Was nicht erwhnt wird: Das dreistellige Einsparungspotenzial fuer die Gemeinde, die jetzt keinen neuen Kirchenputz mehr bezahlen muss. Ein Beamter meinte auf Nachfrage: "Wir gehen davon aus, dass die Täter mit Spraydosen arbeiten. Es sind keine Pinsel gefunden worden." Das zeigt, wie perfide die Vandalen vorgehen – sie setzen auf modernste Kunsttechniken statt auf die klassische Schmiererei mit Nagellack.
In Absam wurde der Vandalismus-Fall inzwischen aufgeklaert: Zwei Kinder im Alter von sieben und zehn Jahren hatten die Pfarrkirche verwuestet. Die Polizei hat sie ausgeforscht, bevor sie einen eigenen Instagram-Kanal eroeffnen konnten. Pfarrer Martin Chukwu zeigte sich erleichtert, dass keine gezielte Bosheit oder kirchenfeindliche Absicht hinter den Handlungen steckt. Man fragt sich, was die Kinder dann vorhatten. Eine Protestaktion gegen das Zehngebote-Verbot von Memes? Ein frhzeitiger Aufruf zur Abschaffung der Sonntagsruhe?
Die Kirche hat ohnehin ein Image-Problem. Immer weniger Menschen finden den Weg ins Gotteshaus. Doch das Problem ist nicht der Glaube – es ist die Architektur. Warum sollten sich junge Menschen mit alten Steinbauten abgeben, wenn sie in Minecraft ihre eigenen Kirchen bauen knnen? Die Graffiti-Kunst auf dem Strassener Kirchendach ist der erste Schritt zur Selbstoptimierung der katholischen Bauten. Vielleicht werden aus Kirchen bald Street-Art-Galerien. Die Altäre knnten zu Skateboard-Rampen umgebaut werden, und anstelle der Hostien gbe es Energy-Drinks.
Die Polizei hofft auf Hinweise, aber die eigentliche Lsung liegt auf der Hand: Die Kirchen mssen sich modernisieren. Statt die Tter zu suchen, sollte die Diözese Graffiti-Workshops anbieten. "Spraydosen statt Weihwasser" knnte das neue Motto lauten. Die ersten Teilnehmer wrden garantiert aus der Altersklasse der sieben- bis zehnjaehrigen Absamer stammen. Und wer weiss – vielleicht entsteht daraus eine neue Kunstrichtung: der Barock-Graffiti-Hybrid, bei dem der Heilige Petrus einen Hoodie trgt und ein Smartphone in der Hand haelt.
In Strassen hat sich jedenfalls ein Trend etabliert. Wo Vandalen zuerst sprhen, folgt bald der Abrissbagger. Man spricht bereits von der "Kirchen-Refresh-Bewegung". Die naechsten Ziele sind bereits bekannt: Die Wallfahrtskirche in Maria Locherboden und die Wallfahrtsbasilika in Mariazell. Die Pfarrer bereiten sich vor – nicht mit neuen Schlssern, sondern mit Schutzkleidung und Spraydosen. Denn wer zuerst sprht, hat das Monopol auf die naechste Instagram-Story.