Da haben sich die Waldviertler also etwas ausgedacht. Während andere Vereine um Meisterschaften zittern, hat man in Horn ganz andere Sorgen: Der Verein gehört wieder in die 2. Liga. Weil das Stadion so schön ist. Weil die VIP-Logen so leer stehen. Weil man sich endlich mal wieder vor größerem Publikum blamieren möchte.
Sportdirektor Zinkel hat die Lage genau analysiert. Der Verein braucht strategische Partner. Also Leute, die Geld haben und nichts Besseres zu tun, als es in einen Regionalligisten aus dem Waldviertel zu pumpen. Das ist wie mit der alten Oma, die dem Enkel das Geld für ein Auto leiht, damit er es gegen einen Traktor eintauscht. Aber hey, wenigstens ist es dann ein neuer Traktor.
Die Zuschauerzahlen sollen wieder über die 1000er-Marke klettern. Das ist das große Ziel. Aktuell kommen im Schnitt 422 Leute. Das sind mehr als auf einer durchschnittlichen Hochzeitsfeier, aber weniger als bei einer ordentlichen Beerdigung. Zinkel sehnt sich nach den glorreichen Zeiten, als noch über 1000 Zuschauer kamen. Damals, als das Internet noch nicht erfunden war und die Leute nichts Besseres zu tun hatten, als sich alle 30 Sekunden einen Spielerwechsel anzuschauen.
Die Sparkasse Arena ist das Herzstück des Aufstiegsplans. Sie wurde zuletzt 2016 renoviert und bietet Platz für bis zu 4000 Zuseher. Das ist wie mit dem neuen Kleiderschrank, den man sich anschafft und dann feststellt, dass die Wohnung zu klein ist, um ihn aufzustellen. Aber egal, Hauptsache, er sieht gut aus.
In Horn wird man vom Meistertitel nichts wissen wollen. Das ist so, als würde man beim Lotto nicht den Hauptgewinn, sondern nur den Trostpreis haben wollen. Aber hey, wenigstens ist es ein Preis. Und wenn es nur eine Ananas ist.
Der Verein gehört in die 2. Liga, sagt ein Anhänger. Nicht wegen der sportlichen Leistung, sondern wegen der Infrastruktur. Das ist so, als würde man jemanden zum Arzt schicken, nicht weil er krank ist, sondern weil das Wartezimmer so schön ist.
Am Ende des Tages bleibt festzuhalten: In Horn träumt man von großen Taten. Von Aufstiegen, von vollen Rängen, von strategischen Partnern. Und vielleicht, ja vielleicht, schafft man es ja eines Tages wirklich. Bis dahin bleibt nur zu hoffen, dass die VIP-Logen nicht ganz einstürzen unter der Last ihrer eigenen Leere.