Wenn Eltern laut werden, dann ordentlich! Mehr als 2500 Unterschriften wurden für die Petition "Eltern stehen auf" gesammelt, um für die Wahl des Kindergartens zu kämpfen. Das klingt zunächst nach einer harmlosen Bürgerinitiative, aber bei genauerem Hinsehen erkennt man die wahre Dramatik: Ganze 33 Prozent der Eltern sind persönlich betroffen und duften nicht jenen Kindergarten für ihre Kinder auswählen, den sie wollten. Stattdessen müssen sie ihren Nachwuchs in die Betreuungseinrichtung ihrer Wohngemeinde bringen. Der Horror!
Die betroffenen Eltern sind zu Recht sauer. Schließlich haben sie jahrelang darauf gewartet, dass ihr Kind endlich in den Kindergarten kommt, und nun sollen sie nicht mal selbst entscheiden dürfen, welche pädagogische Einrichtung ihre Kleinen verblöden soll? Das ist doch ein Skandal!
Aber der Reihe nach. Die Petition wurde am Josefitag an Landtagspräsident Andreas Scherwitzl übergeben. "Der Termin war positiv und wir hatten das Gefühl, er weiß, wo es hakt", erklärte Mit-Initiatorin Ricarda Motschilnig. Ja, klar weiß er, wo es hakt! Bei den Geldern, die die Gemeinden an andere Gemeinden zahlen müssen, wenn sie nicht genug Kindergartenplätze zur Verfügung stellen können. Aber darum geht es ja gar nicht. Es geht um die Grundrechte der Eltern, ihre Kinder in den Kindergarten ihrer Wahl zu schicken, auch wenn dieser vielleicht 50 Kilometer entfernt ist und das Kind täglich drei Stunden im Auto verbringen müsste.
Die Elterngruppe hofft auf schnelle Reaktionen, bleibt aber realistisch: "Nur wenn der entsprechende Paragraf im Gesetz geändert wird, kann etwas passieren. Nur: Wer zahlt?" Ja, wer zahlt eigentlich? Die Gemeinden haben kein Geld, das Land hat kein Geld, und die Eltern haben auch kein Geld. Aber vielleicht können wir ja einfach die Kinder bezahlen lassen? Schließlich sind sie es ja, die von diesem ganzen Kindergarten-Dilemma betroffen sind. Wir könnten eine Art Kinder-Sklaverei einführen, bei der die Kleinen in den Kindergärten ihrer Wahl arbeiten müssen, um ihre Ausbildung zu finanzieren. Das wäre doch eine Win-win-Situation!
Doch bis es so weit ist, müssen die Eltern weiterhin mit ihren Kindern zur Landtagssitzung marschieren und ihre Forderungen stellen. Dabei haben sie sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie bringen ihre Kinder als "Kindersoldaten" mit, um ihre Anliegen zu verdeutlichen. Die Kleinen werden in Mini-Uniformen gesteckt und mit Plakaten bewaffnet, auf denen steht: "Wir wollen die Wahl unseres Kindergartens!" oder "Freiheit für unsere Kleinkinder!". Das ist doch der perfekte Weg, um die Politiker umzustimmen. Wer kann schon nein sagen, wenn ein dreijähriges Kind mit großen Augen und einem Plakat vor einem steht?
Doch die Politiker lassen sich nicht so leicht beeindrucken. Sie wissen genau, dass es am Ende nur um eines geht: ums Geld. Und da sind sie sich alle einig: Keiner will den ersten Schritt machen. Also bleibt den Eltern nichts anderes übrig, als weiter zu kämpfen. Mit ihren Kindersoldaten an ihrer Seite werden sie die Regierenden schon noch umstimmen. Und wenn das nicht klappt, dann gründen sie eben ihre eigene Kindergarten-Partei und erobern die Macht im Land. Denn eins ist klar: Die Zukunft gehört den Kleinen!