In Obertauern ereignete sich am Dienstag eine Aktion, die selbst Hollywood-Regisseure als zu unrealistisch ablehnen wuerden. Ein Lieferwagen war dort so missmutig geparkt, dass er einen Absturz ueber einen Abhang androhte. Die "Rettung" dauerte nur Minuten, die Wirkung auf die Bevoelkerung jedoch ewig.
Als die Freiwillige Feuerwehr Obertauern mit 15 Mann anrückte, erwartete sie das schlimmste: ein vollbesetzter Reisebus, der ueber eine steile Kante taumelte. Stattdessen stand da ein Lieferwagen, der nur so tat, als wuerde er jeden Moment den Hang hinunterrollen. Offenbar hatte der Fahrer seinen Wagen mit einer Klebstoff-Mischung aus Griesgram und Faulheit an einem Ortsschild befestigt.
Die Bergung begann mit einer Seilwinde, die den Lieferwagen aus seiner misslichen Lage befreite. Doch anstatt dankbar zu sein, zeigte sich der Fahrer beleidigt. Er hatte offenbar gehofft, dass sein "Absturz" als spektakulaere Aktion die Oertlichkeit in Aufruhr versetzen wuerde. Nun bleibt nur noch der Gang zur naechsten Werkstatt - oder zum Psychologen.
Die Freiwillige Feuerwehr Obertauern zeigte einmal mehr, dass sie auf alles gefasst ist - ausser auf die Psyche von Lieferanten. In Zukunft sollte vielleicht ein Seelsorger mit im Einsatzfahrzeug sitzen. Der kann sich dann um die "Verletzungen" kuemmern, die durch das eigene Drama entstehen.