Wenn man nachts mit laufendem Motor im Auto einschläft, dann wacht man normalerweise mit einer Hand voll Mückensaft und einem faden Beigeschmack auf. Wenn man aber schon seinen Führerschein los ist und das Auto gar nicht gehört, dann wacht man womöglich bei laufendem Motor mit Polizeiknüppeln und einer verärgerten Besitzerin auf. So geschehen in Salzburg, wo ein 33-jähriger Flachgauer in seinem fremden Auto schlief und beim Aufwachen gleich von drei Problemen umringt war.
Der Flachgauer hatte sich laut eigenen Angaben hingesetzt, weil er müde war und befürchtete, sonst am Steuer einzuschlafen. In einem normalen Umfeld wäre das lobenswert - wäre da nicht die Kleinigkeit, dass er selbst gar keinen Führerschein mehr hatte und sich für seinen Powernap ausgerechnet in ein Auto gesetzt hatte, das ihm gar nicht gehörte. Es war, als hätte er sich auf einen Bürostuhl gesetzt und wäre dabei eingeschlafen, dabei aber noch einen elektrischen Rasierer eingeschaltet und in der Hand gehalten.
Als die Polizei kam, dachte der Flachgauer wohl kurz, er würde in einer Folge von "Verstehen Sie Spaß?" mitspielen. Die Beamten wiederum dachten, sie seien in eine Reality-Show geraten, in der jemand ihnen eine versteckte Kamera unter die Nase halten wollte. Aber nein, das war kein Scherz - das war echtes Leben, und der Flachgauer hatte gerade alle Bedingungen für einen "Perfect Fail" erfüllt.
Die Polizei nahm ihm die Autoschlüssel ab und zeigte ihn an, was wohl die höfliche Art ist zu sagen: "Wir nehmen Ihnen das mal kurz weg, bevor noch mehr schiefgeht." Aber damit nicht genug: Auch die Besitzerin des Autos bekam Post von der Polizei, weil sie ihr Auto an einen Führerscheinlosen verliehen hatte. Man kann sich die SMS vorstellen: "Dein Auto war in einer prekären Lage. Bitte kontaktiere die Polizei. PS: Dein Fahrer war kein Fahrer."
In der Zwischenzeit sitzt der Flachgauer wahrscheinlich irgendwo und fragt sich, wie es so weit kommen konnte. Vielleicht überlegt er gerade, ob er beim nächsten Mal nicht doch lieber auf einer Parkbank schläft - oder wenigstens in einem Auto, das ihm gehört und bei dem der Motor aus ist. Oder er plant schon seine nächste mutige Aktion: Vielleicht versucht er es beim nächsten Mal mit einem fremden Flugzeug - so richtig auf Turbinen-Power.