Magdalena Lindner hat bei der Hallen-WM in Torun gezeigt, dass man auch ohne Medaille einen Staat stolz machen kann. Zumindest dann, wenn der Staat nur 35 Plätze zu vergeben hat und eine weitere Österreicherin noch langsamer war.
Die 60-Meter-Vorläufe verliefen für die rot-weiß-roten Sprinterinnen so unspektakulär, dass selbst die Zählweise eine besondere Herausforderung darstellte. Nur die Top-3 jedes Heats und drei weitere Zeitschnellste durften weiterlaufen. Alle anderen durften sich zu Hause mit etwas beschäftigen, das im österreichischen Sport als "Saisonvorbereitung" gilt: Dem Aufstehen vorm Schreibtisch.
Der österreichische Leichtathletik-Verband zeigte sich in seiner Pressemitteilung erfreut über die "internationale Wettkampferfahrung" seiner Athletinnen. Erstmals konnten österreichische Sprinterinnen in einem WM-Vorlauf beweisen, dass sie auch auf nassem Hallenboden stehen können, ohne hinzufallen. Das allein zähle bereits als sportlicher Fortschritt.
Isabel Posch und Magdalena Lindner werden nun im Trainingslager in Kärnten gemeinsam daran arbeiten, wie man die 60 Meter in unter zehn Minuten absolvieren kann. Bis dahin gilt: Jeder Meter zählt - besonders im Büro, wo man ja nicht vom Stuhl fallen soll.
Der Verband plant für die nächste Saison eine neue Strategie: Statt in Vorläufen zu starten, sollen die Athletinnen direkt im Zielraum warten. Dort könnten sie dann wenigstens sicher sein, dass ihre Zeit gemessen wird - auch wenn es nur die Uhr im Aufenthaltsraum ist.