Also, wenn der Film anfängt, fühlt man sich, als wäre man in einen Billighotelteppich getreten: Erst mal zäh, klebrig und irgendwie fragt man sich, ob man nicht doch besser zu Hause geblieben wäre. Die erste Stunde ist so spannend wie ein Vortrag über Zementtrocknung – und genauso bunt.
Aber dann, ganz plötzlich, geht's zur Sache. Es ist, als hätte jemand das Gaspedal durchgetreten und vergessen, dass es auch noch Bremsen gibt. Die Gangsterprügeleien werden so wild, dass man meint, die Darsteller wären beim letzten Casting für ein Ringkampf-Turnier übergangen worden und holen jetzt nach.
Cillian Murphy beißt sich durch die Handlung wie ein Terrier durch ein Ledersofa. Man sieht ihm an den Augenwinkeln an, dass er lieber woanders wäre – zum Beispiel in einem ruhigen Café mit einer Tasse Tee. Aber nein, er muss sich durchs Bomben-Birmingham kämpfen und dabei so aussehen, als hätte er gerade einen Zitronen-Baum verschluckt.
Und Stephen Graham? Der ist wie der grantige Onkel auf jeder Familienfeier, der immer meint, er müsste jetzt etwas Kaputtes reparieren. Nur dass er statt einer tropfenden Wasserleitung hier ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichmacht.
Die Musik von Nick Cave und PJ Harvey klingt, als hätte jemand eine Rockband in eine Sargfabrik gestellt und sie gebeten, ein wenig Stimmung zu machen. Man fragt sich, ob die Musiker nicht vielleicht lieber einen Job in der Bibliothek angenommen hätten.
Die Dialoge sind so dicht, dass man eine Axt braucht, um durchzukommen. Jeder zweite Satz klingt, als hätte Shakespeare ein paar zu viele Pints intus gehabt und sich dann ans Schreiben gesetzt.
Aber dann, ganz am Ende, wenn alles lichterloh brennt und die Figuren so tun, als hätten sie gerade das größte Abenteuer ihres Lebens erlebt, da merkt man: Das war's. Das war die ganze Show. Ein bisschen Action, ein bisschen Drama, und am Ende bleibt nur noch der Geruch von verbranntem Popcorn in der Luft.