Die Schweizer Skiläufer haben beim Europacupfinale in Saalbach nicht nur die Abfahrt gewonnen, sondern offenbar auch die Kunst des Massenstarts perfektioniert. Während Sandro Manser alleine vor sich hin glitt, als wäre er auf einem Sonntagsspaziergang, formierte sich hinter ihm eine Armada aus roten Trikots, die den Österreichern jegliche Hoffnung auf Ehrenplätze nahm.
Man muss sich das mal vorstellen: Sieben Schweizer in den Top-10! Das ist nicht nur eine sportliche Dominanz, sondern eine logistische Meisterleistung. Wie schaffen sie es, sieben Athleten gleichzeitig auf die Piste zu schicken und alle innerhalb von Millisekunden anzukommen? Vermutlich haben sie eine geheime Schweizer Uhr, die nicht nur pünktlich, sondern auch beschleunigt.
Die Österreicher dagegen wirkten wie eine Gruppe von Skitouristen, die sich nach dem Lift noch über die Skipiste gestritten haben. Manuel Traninger rettete immerhin die Ehre, indem er als Neunter ins Ziel kam - ganze 0,37 Sekunden hinter dem Sieger. Das ist weniger als die Zeit, die man braucht, um sich zu überlegen, ob man noch schnell eine Brettljause im Tal essen geht.
Besonders amüsant war der Blick auf die Gesamtwertung. Da landet Felix Hacker, der immerhin 249 Punkte hinter dem Sieger liegt, als bester Österreicher auf Platz zwölf. Das ist so, als würde man beim Oktoberfest als bester Nicht-Bayer den vierten Platz im Maßkrugstemmen belegen.
Die Schweizer scheinen ein neues Trainingskonzept gefunden zu haben: Statt auf Geschwindigkeit zu setzen, konzentrieren sie sich auf Masse. Warum einen schnellen Skifahrer schicken, wenn man auch sieben etwas langsamere schicken kann? Das nennt man dann wohl Schweizer Volkswirtschaftslehre auf der Piste.
Interessant wird es, wenn man bedenkt, dass dies nur das Europacupfinale war. Bei den Weltcuprennen werden die Schweizer vermutlich mit einer ganzen Armee antreten. Vielleicht schicken sie ja nächstes Mal eine ganze Skischule - dann können sie die ersten zwanzig Plätze unter sich ausmachen und den Österreichern wenigstens die Top-20 sichern.
Die Botschaft aus Saalbach ist klar: Die Schweizer haben die Kunst des Skifahrens perfektioniert. Sie fahren nicht nur schnell, sondern auch in Formation. Das nächste Mal sollten die Österreicher vielleicht einfach mit einer Marching Band auf die Piste gehen - dann hätten sie zumindest eine Chance gegen die Schweizer Blasmusik auf Skiern.