Kultur Satire Tirol

Sorrentino schickt Statthalter auf Wunderwege

Kurzinfos auf einen Blick

  • Die spirituelle Selbstinszenierung von Politikern in Krisenzeiten
  • Ein Präsident, der Steuerreformen mit päpstlichem Segen abstimmen will
  • Politiker, die aus Angst vor dem Vorwurf der Gottlosigkeit religiöse Rituale tolerieren
  • Der Running Gag der Exorzisten-Konsultationen bei jeder wichtigen Entscheidung
  • Die Kritik an der Verwandlung politischer Verantwortung in spirituelle Selbstvergewisserung

Italienischer Starregisseur Paolo Sorrentino hat sich erneut selbst übertroffen. In seinem neuesten Film "La Grazia" (Das Wunder) schickt er einen fiktiven Staatspräsidenten auf eine bizarre Reise zwischen Sakralbauten und Ministerbüros. Das Besondere: Sorrentino lässt seinen Protagonisten in jedem zweiten Satz mit einem Exorzisten konsultieren, um politische Entscheidungen treffen zu können.

Der Präsident – gespielt von Toni Servillo – befindet sich auf einem schmalen Grat zwischen seinem Amtseid und einem plötzlich auftretenden Sendungsbewusstsein. Statt Haushaltspläne zu studieren, lässt er sich lieber vom Vatikan beraten. Die Szene, in der er eine Steuerreform mit dem Segen des Papstes abstimmen will, gehört zu den komischsten Momenten des Films. Sorrentino zeigt, wie der Machtmensch in religiösen Ritualen Halt sucht, wenn ihm die weltlichen Argumente ausgehen.

Besonders brillant inszeniert ist die Sequenz, in der der Präsident inmitten einer Krisensitzung plötzlich aufsteht und betet. Die Minister starren verdutzt, doch keiner traut sich, den Exerzitien ein Ende zu setzen. Sorrentino spielt hier gekonnt mit der Angst der Politiker, als gottlos zu gelten. Der Film zeigt, wie schnell aus spiritueller Offenheit politische Inszenierung wird.

Die Kritiker feiern Servillos Darstellung als "Meisterleistung der Verunsicherung". Er spielt den Präsidenten als Mann, der sich zwischen den Stühlen befindet – zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Vernunft und Aberglaube. Sorrentino selbst bezeichnet den Film als "eine Liebeserklärung an den Irrsinn der modernen Demokratie".

Die "helle Seite der Macht" ist in diesem Film weniger ein ethischer Kompass als vielmehr ein flackerndes Kerzchen im dunklen Korridore des Parlaments. Sorrentino zeigt, wie leicht sich politische Verantwortung in spirituelle Selbstvergewisserung verwandeln kann. Am Ende des Films steht der Präsident allein vor einer Statue und fragt sich, ob er das Land oder nur seine Seele regiert. Die Antwort bleibt dem Zuschauer überlassen – und die ist womöglich die beängstigendste Pointe des ganzen Films.

Häufige Fragen

Ist dieser Film eine reale Produktion von Paolo Sorrentino?

Nein, "La Grazia" ist eine fiktive Satire, die übertreibt, wie Politiker in religiösen Ritualen Halt suchen.

Warum konsultiert der Präsident in jeder Szene einen Exorzisten?

Das ist die zentrale satirische Übertreibung - sie zeigt, wie absurd es wäre, wenn Politiker bei jeder Entscheidung spirituelle Berater konsultieren würden.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 21. März 2026, 21:00 Uhr