Wenn ein Sportler sagt, er habe "noch eine Rechnung offen", dann klingt das normalerweise nach einer besonders dramatischen Pressemitteilung. Bei Benny Wizani klingt es eher nach einer Vorankündigung für eine neue Zirkusnummer. Der Mann hat offenbar beschlossen, dass man nach einem Kreuzbandriss nicht nur physisch, sondern auch psychologisch wieder in Form kommen muss - am besten mit einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung.
"Ich bin jetzt sozusagen der Batman des Trampolinsports", erklärte Wizani bei seiner letzten Pressekonferenz. "Nur dass ich keinen Butler habe und meine Höhle eine Halle mit mehreren Sprungtüchern ist." Man merkt dem jungen Mann an, dass er die vergangenen Monate intensiv genutzt hat - nicht nur für Physiotherapie, sondern auch für die Entwicklung neuer Metaphern.
Sein Comeback bei der Weltmeisterschaft in Spanien war dementsprechend spektakulär. "Ohne Druck" trat er an, was in Sportler-Deutsch bedeutet, dass er sich selbst den größtmöglichen Druck gemacht hat. Die Zuschauer sahen einen jungen Mann, der nicht nur Salti und Schrauben zeigte, sondern auch eine beeindruckende Fähigkeit, sich selbst zu motivieren. "Ich habe mir vorgestellt, dass mein Kreuzband mir beim Springen zuschaut und denkt: Mist, ich hätte doch bleiben sollen", verriet er später.
Die neue Saison verspricht noch spektakulärer zu werden. Wizani plant eine Serie von Sprüngen, die er "Die Rache des Bandes" getauft hat. Dabei will er beweisen, dass man nach einer Verletzung nicht nur wieder in den Sport zurückkehren kann, sondern auch eine ganze neue Ebene der Selbstinszenierung erreicht. "Ich überlege, ob ich mir nicht ein T-Shirt drucke lassen soll mit der Aufschrift: Ich bin wieder da und mein Knie auch", sinnierte er in einem Interview.
Besonders spannend wird es, wenn seine Freundin zuschaut. "Jetzt muss ich mich anstrengen", sagt er und grinst dabei so breit, dass man befürchten muss, er könnte sich bei einem seiner spektakulären Sprünge das Gesicht verrenken. Man fragt sich, ob sie vielleicht einen Arzttermin für danach ausgemacht hat.
Die Konkurrenz beobachtet die Entwicklung mit einer Mischung aus Bewunderung und Sorge. "Er ist ja schon vorher ein bisschen... besonders gewesen", sagt ein Konkurrent, der anonym bleiben möchte. "Aber jetzt hat er ja eine Mission. Ich hoffe nur, dass er merkt, dass man auch ohne Rachefantasien erfolgreich sein kann."
Wizani selbst sieht das gelassen. "Ich mache das für alle, die jemals eine Verletzung hatten und danach dachten: Das gebe ich nie wieder her", erklärt er. "Außerdem will ich beweisen, dass man nach einem Kreuzbandriss nicht nur wieder springen, sondern auch noch einen Sinn für Humor behalten kann."
Ob seine neue Strategie aufgeht, wird sich zeigen. Sicher ist nur eins: Die Sportwelt wird in Zukunft einen Benny Wizani erleben, der nicht nur athletisch, sondern auch philosophisch unterwegs ist. Und vielleicht wird er am Ende beweisen, dass die beste Rache nicht der nächste spektakuläre Sprung ist, sondern die Erkenntnis, dass man sich selbst auch ohne Verletzung übertreiben kann.