Wenn schon die moderne Technik versagt, dann hilft nur noch die gute alte Polizeiinspektion Weyer. So geschehen am Donnerstag nach Schulschluss, als drei Schüler gemeinsam zwei verschiedene elektronische Zigaretten rauchten und prompt alle ziemlich übel wurde. Einer musste sich übergeben, ein zweiter war vorerst kaum ansprechbar. Man könnte fast meinen, hier hat jemand die "Kiffer-Sonderedition" von Vapes getestet, die speziell für 14-Jährige entwickelt wurde.
Zwei der Jugendlichen blieben zusammen, während der dritte in Richtung Ortszentrum ging. Die Lehrerinnen, die gerade auf dem Nachhauseweg waren und vermutlich nicht gerade mit einer Suchtberatung rechneten, nahmen die beiden wahr und kümmerten sich um sie. Die logische Konsequenz: Rotes Kreuz rufen, Notarzt hinzuziehen und schließlich beide mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus bringen. In der Zwischenzeit konnte auch der dritte Schüler am Bahnhof Weyer angetroffen werden. Der war zum Glück nicht so beeinträchtigt, da er laut seinen Angaben nur einmal von einer der Zigaretten "kurz angezogen" hatte.
Hier kommt die wahre Ironie der Geschichte: Während seine Freunde schon im Krankenhaus lagen und einer positiv auf THC getestet wurde, ging der dritte Bursche ganz entspannt zur Polizeiinspektion Weyer. Dort stimmte er einem freiwilligen Harntest zu, der glücklicherweise negativ verlief. So kann man es natürlich auch machen: Erst den gemeinsamen Vape-Abend genießen und dann dem Gesetz ein bisschen unter die Arme greifen.
Bei der Durchsuchung aller Burschen wurden Tabakwaren, elektronische Zigaretten und Nikotinbeutel gefunden und sichergestellt. Mehrere Verwaltungsanzeigen werden an die Bezirkshauptmannschaft Steyr-Land übermittelt. Man kann nur hoffen, dass die Anzeigen nicht zu spät kommen, damit die Jugendlichen noch rechtzeitig vor ihrem 15. Geburtstag erfahren, was sie da eigentlich angerichtet haben. Immerhin haben sie schon jetzt einen VIP-Service erlebt, den sich manche Erwachsene nicht einmal bei einer echten Krankheit gönnen können: Notarzt, Krankenwagen und eine gemeinsame Reise ins Spital mit der Polizei als persönlichem Chauffeur.