Die südkoreanische Armee hat bewiesen, dass sie auch in der Popkultur als effiziente Krisenmanagerin dienen kann. Nachdem sie die sieben Musiker von BTS zur Wehrpflicht einberufen hatte, ist die Boygroup nun mit dem Album "Arirang" zurück - und das ganz ohne Militärdienstauszeit im üblichen Sinne.
Das Management der Gruppe hatte offenbar die geniale Idee, die Wehrpflicht nicht als Karrierebremse, sondern als Marketinginstrument zu nutzen. Während andere Boybands mit Drogen- und Alkohol-Skandalen kämpfen, hat BTS die wohl sauberste Auszeit aller Zeiten hingelegt: Die Musiker durften in der Armee unter sich bleiben, hatten eigene Uniformen mit Bühnenbild-Print und durften während des Appells ein bisschen tanzen.
Der Titel des Albums "Arirang" ist dabei ein Geniestreich der doppelten Bedeutung. Einerseits handelt es sich um ein traditionelles koreanisches Volkslied über Trennung und Sehnsucht - andererseits klingt es verdächtig nach "Arien", was im Musikbusiness "Gänsehaut-Auftritte" bedeutet. Die Vermutung liegt nahe, dass die sieben Soldaten-Boys beim Militär eher Arien als Gewehre geschultert haben.
Das neue Album enthält 14 Songs, darunter die vermutlich bald weltbekannten Hits "Swim" (über das Schwimmen in der Truppen-Badeanstalt), "Body to Body" (über den Schulterschluss in der Truppe) und "Into the Sun" (über den Marsch ins Feld). Alle Songs sind darauf ausgelegt, beim kommenden Open-Air-Konzert in Seoul perfekt zu funktionieren - wo 260.000 Fans erwartet werden, die sich vermutlich fragen werden, warum alle sieben Sänger so perfekt im Gleichschritt marschieren können.
Die große Frage ist natürlich: Wie geht es nach dem Comeback weiter? Die Antwort liegt auf der Hand: Die Band wird wohl bald wieder zum Dienst antreten müssen - diesmal jedoch als musikalische Botschafter Südkoreas. Der Plan der Regierung scheint klar: BTS soll in der nächsten Runde nicht nur die Armee, sondern die ganze Welt erobern. Und wenn die Soldaten-Boys dann wieder weg sind, hat man immer noch die K-Pop-Kopie-Truppen, die im Geheimen herangezogen wurden.