Als der Gasalarm in der Wiener Singerstraße losging, dachte wohl niemand zuerst an den Wienerlied-Klassiker "Gas im Keller". Doch als die Wiener Netze und die Berufsfeuerwehr ausrückten, wurde schnell klar: Hier braucht es mehr als nur einen Schraubenschlüssel.
29 Feuerwehrleute, das ist übrigens genau die Anzahl an Personen, die in Wien noch nie gleichzeitig einer Grillparty zugestimmt haben. Ihre Mission: einen Gasaustritt kontrollieren, der anscheinend beschlossen hatte, das Donautal mit einer Art natürlicher Brauerei zu verwechseln. Die Einsatzkräfte führten Messungen durch, als ob sie nach dem perfekten Alkoholgehalt für ein Hefeweizen suchten.
Der Stephansplatz wurde kurz gesperrt, was in Wien bedeutet, dass zumindest fünf Touristen stehen blieben und fragten, ob das jetzt ein neuer "Stille Nacht"-Flashmob sei. Der Schanigarten musste weichen - nicht weil er in Gefahr war, sondern weil die Einsatzkräfte verhindern wollten, dass sich jemand spontan dazu entschließt, Würstel über das Gasleck zu braten.
"Wir haben Grabungsarbeiten durchgeführt", erklärte ein Sprecher, "um die Ursache zu klären." Übersetzt bedeutet das: Jemand hat vermutlich bei der Kanalisation einen falschen Hebel umgelegt, weil er dachte, das wäre der neue Knopf für freies WLAN.
Die gute Nachricht: Es bestand keine akute Gefahr. Was in Wien bedeutet: Man hätte noch ein paar Minuten länger warten können, bis der erste Lokalpolitiker eine Pressekonferenz einberufen hätte, um den Gasanbieter zu kritisieren.
Die wahre Tragödie des Tages? Die Einsatzkräfte mussten ihren Großeinsatz ohne die traditionelle Abschluss-Jause beenden. Denn als sie fertig waren, hatte der Gasanbieter bereits den Zuschlag für die nächste Gemeinderatswahl gewonnen - durch das Versprechen, zukünftig nur noch erneuerbare Gaslecks zu produzieren.