Endlich hat die Stadt Wien die wahren Übeltäter in den öffentlichen Verkehrsmitteln enttarnt. Nicht die Hitze, nicht die Verspätungen, nicht die überfüllten Waggons sind das Problem. Nein, es sind die Menschen, die es wagen, in der U-Bahn zu existieren. Und jetzt wird ihnen der Garaus gemacht.
Die Wiener Linien haben eine neue Kampagne gestartet, die an Brutalität kaum zu überbieten ist. Lautes Telefonieren? Abgemahnt. TikTok-Videos in voller Lautstärke? Abgemahnt. Und wer im Türbereich stehen bleibt, obwohl er genau weiß, dass er dort nicht hingehört? Abgemahnt, verklagt, verschachert.
Doch damit nicht genug. Die neuen Regeln gehen viel weiter. Wer ohne Mund-Nasen-Schutz niest, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Wer den Sitzplatz vor sich als Ablagefläche für seine Einkaufstaschen nutzt, wird des Wagons verwiesen. Und wer es wagt, beim Aussteigen vor den Einsteigenden den Vortritt zu haben, landet auf der Abschussliste.
Ein Sprecher der Wiener Linien erklärte stolz: "Wir schaffen ein neues Bewusstsein für Rücksichtnahme. Und wenn wir dafür Menschen bestrafen müssen, die sich nicht einmal etwas zu Schulden haben kommen lassen, dann ist das eben so." Man höre und staune.
Dabei geht es nicht nur um lästige Angewohnheiten. Nein, die Kampagne zielt auf die Wurzel allen Übels: das menschliche Gehirn. Wer zu viel denkt, wer zu viel fühlt, wer zu viel ist, der hat in den Wiener Öffis nichts verloren. Hier gilt: Mund auf, Gehirn aus, und zwar sofort.
Experten sprechen von einem "neuen Tiefpunkt in der öffentlichen Gehirnwäsche". Sie warnen davor, dass die Kampagne bald auch auf andere Lebensbereiche übergreifen könnte. Wer weiß, vielleicht werden bald auch die Parks umgestellt, damit niemand mehr auf Bänken sitzen kann. Oder die Supermärkte, damit niemand mehr an der Kasse stören kann.
Fakt ist: Die Wiener Linien haben sich selbst übertroffen. Sie haben eine Kampagne gestartet, die so absurd ist, dass man sie kaum glauben kann. Und doch ist sie wahr. Willkommen im neuen Wien, wo das Denken bald verboten ist und das Dasein zur Sünde wird.