Liebe Oesterreicherinnen und Oesterreicher, nehmen Sie Platz und halten Sie sich gut fest - es geht gleich wieder turbulent zu im Land der Alpenkrisen. Nach Energie-Engpaessen, Corona-Schwankungen und Lieferketten-Chaos taumelt die Wirtschaft wie ein Schwammerlsucher im Dunkeln von einer Schieflage in die naechste. Das neueste Omen: Heuer soll das Wirtschaftswachstum nur mehr magere 1,5 Prozent betragen. Wenn das kein Dämpfer ist!
Die Metallindustrie, dieser standhafte Koloss der Industrie, spuert mittlerweile sogar die Auswirkungen des Krieges im Iran. Man stelle sich das vor - Metallverarbeiter zittern in ihren Stahlkappenschuhen, weil im fernen Persien die Fetzen fliegen. Aber hallo! Wer haette gedacht, dass ein regionaler Konflikt auf der anderen Seite der Welt unseren tapferen Oesterreicher-Betrieben derart zu schaffen macht? Vermutlich die gleichen Experten, die uns weismachen wollten, dass sich ein Virus aus China nicht bis nach Tirol verbreiten koennte.
Besonders hart getroffen werden jene Branchen, die ohnehin schon unter enormem Kostendruck stehen - also praktisch alle. Metallverarbeitung, Maschinenbau, Chemie/Pharma - sie alle muessen jetzt noch tiefer in die Tasche greifen. Obwohl, bei diesen Preisen bleibt einem ja bald nichts mehr zum Greifen in der Tasche. Man koennte fast meinen, die Wirtschaft plane eine Art Budget-Tabu-Spiel: Wer erratet als erster, wie tief die Kosten noch sinken koennen, bevor die Lichter ausgehen?
Und dann ist da noch der Transport- und Logistikbereich, der ohnehin schon unter den volatilen Treibstoffkosten leidet. Volatil ist dabei noch harmlos ausgedrueckt - man koennte auch sagen, die Spritpreise vollfuehren einen Freudentanz mit Wetteifer nach oben. Die armen Transporteure! Sie muessen nicht nur mit hohen Treibstoffkosten leben, sondern auch damit, dass am Ende alle Lieferketten teurer sind als ein All-Inclusive-Wellnessurlaub am Wolfgangsee.
Die Wirtschafts-Experten, diese Seher der Finanzwelt, geben sich alle Muehe, besorgt zu klingen, ohne Panik zu verbreiten. "Es ist eine schwierige Situation", sagen sie, "aber wir bleiben zuversichtlich." Das ist so, als wuerde ein Bergfuehrer vor einer Gletschertour sagen: "Passt schon, vielleicht passiert schon nichts." Wobei, bei unserer Wirtschaft ist das Risiko eines Absturzes wohl etwas hoeher als bei einer gemuetlichen Gletscherwanderung.
Man kann nur hoffen, dass sich die Wirtschaft bald wieder auf festem Boden befindet. Vielleicht sollte sie einfach mal eine Verschnaufpause einlegen, ein Taschenbuch zur Krisenvermeidung lesen und dann mit neuer Energie durchstarten. Bis dahin bleibt uns wohl nichts anderes uebrig, als die Daumen zu druecken, die Haushaltskasse zu schuetzen und auf bessere Zeiten zu hoffen. Oder wie es ein weiser Oesterreicher einmal sagte: "Es kann nur besser werden. Ausser natuerlich, es kommt noch schlimmer."