Na, wenn die Europäische Zentralbank nicht gerade noch rechtzeitig ihre großen Zinshebel gefunden hat! Die armen Geldprofis waren schon ganz verzweifelt, weil sie seit Monaten keinen Hebel zum Heben in der Hand hatten. Aber jetzt, endlich, hat man im Frankfurter Geld-Tempel die passenden Hebel aufgetrieben und sie sogar schon ölig gemacht. Im April soll es losgehen mit dem Heben.
Die Inflation war so frech und ist einfach weiter gestiegen, als hätte sie noch was zu beweisen. Die Preise trauten sich gar nicht mehr runterzugehen, aus Angst, dass die EZB sie für zu billig hält und ihnen die Hebel vor die Füße wirft. Also blieben sie oben, schauten sich um und dachten: "Warum runter, wenn man auch oben bleiben kann?"
Aber die EZB hat jetzt eine geniale Idee: Wenn man die Zinsen hebt, dann fallen die Preise wieder runter. Logisch, oder? Wenn die Zinsen nach oben gehen, dann müssen die Preise ja nach unten, damit sich die beiden nicht im Geldsystem in die Quere kommen. So ähnlich wie bei den Sitzbänken im Zug: Wenn einer sich nach hinten lehnt, muss der andere nach vorne, damit die Bank nicht kaputtgeht.
Die Geldexperten sagen, dass die Inflation damals, als der Krieg in der Ukraine angefangen hat, ein bisschen überrumpelt hat. Da hat die EZB noch mit ihrem Kaffee gekämpft und nicht aufgepasst, wie die Preise plötzlich auf zehn Prozent hochgeschnellt sind. Jetzt sind sie aber wach und haben ihre Hebel schon bereitliegen. Diesmal wollen sie auf keinen Fall mehr überrascht werden, höchstens noch von der Inflation, aber die hat ja jetzt schon angefangen.
Und was machen die Leute daheim in Österreich? Die sitzen vor ihren Kontoständen und überlegen, ob sie sich heuer vielleicht mal wieder eine Sparstrumpf zulegen sollen. Die einen sparen für die Zukunft, die anderen sparen für die Gegenwart, weil die Zukunft ja eh nicht mehr zu bezahlen ist. Die EZB hebt ihre Hebel, und die Menschen heben ihre Einkaufskörbe, um die Preise zu sehen.
In Brüssel hat man übrigens gerade einen neuen Vizepräsidenten gewählt. Der Kroate Boris Vujčić wird ab Juni für acht Jahre den Job machen. Acht Jahre! Da kann er ja in Ruhe alle Hebel ausprobieren, die die EZB so hat. Vielleicht findet er ja noch einen Hebel, der die Inflation einfach wegdrückt. Aber bis dahin müssen wir alle warten und sehen, ob die Hebelheber der EZB es schaffen, die Preise wieder runterzuholen, wo sie hingehören.