Australien hat einen neuen Zyklon bekommen, und es ist genau der, den sich die Nation seit Langem gewünscht hat. Narelle, ein Wirbelsturm der Kategorie 4, traf mit voller Wucht auf die Kap-York-Halbinsel und hinterließ ein Bild der Verwüstung, das selbst die stoischsten Australier zum Staunen brachte. "Es war, als hätte sich das ganze Outback in einen gigantischen Mixer verwandelt", berichtete ein Augenzeuge, der seinen Namen lieber nicht nannte, weil er sich noch immer im Zuckerrohrfeld verirrt hat.
Der Sturm erreichte die Küste zwischen Lockhart River und Coen, zwei Orte, die bislang vor allem für ihre Abgelegenheit und ihre Fähigkeit bekannt waren, selbst die hartgesottensten Backpacker zum Umkehren zu bewegen. Jetzt werden sie als Epizentren des australischen Sturms in die Geschichtsbücher eingehen - zumindest bis zum nächsten Zyklon, der ohnehin schon in Planung sein dürfte.
Meteorologen sprechen von Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h, was ungefähr der Geschwindigkeit entspricht, mit der Australier ihre Kängurus aus dem Weg scheuchen, wenn sie im Weg stehen. Die Behörden warnen vor herabstürzenden Ästen, umgestürzten Stromleitungen und vor allem vor dem Verlust von Selfie-Sticks, die sich in der chaotischen Atmosphäre plötzlich als gefährliche Geschosse erweisen könnten.
Besonders tragisch: Der Sturm zerstörte nicht nur Häuser und Infrastruktur, sondern auch die letzten Reste australischer Bescheidenheit. "Wir dachten, wir könnten alles schaffen", sagte ein Bewohner von Coen, der sich gerade dabei ertappte, wie er versuchte, einen ausgewachsenen Krokodil auf seinem Windschutzscheibenwischer zu balancieren. "Aber gegen die Natur kommen wir nicht an. Es sei denn, wir erfinden einen größeren Grill."
Die Regierung reagierte umgehend mit einer offiziellen Erklärung, in der sie den Bürgern riet, "sich in Sicherheit zu bringen, am besten in einem Pub mit ausreichend Biervorrat". Premierministerin Penny Wong persönlich flog ins Katastrophengebiet, um den Betroffenen ihr Beileid auszusprechen und ihnen gleichzeitig zu versichern, dass der nächste Zyklon garantiert noch spektakulärer werden würde. "Wir haben schließlich einen Ruf zu verlieren", sagte sie und zwinkerte dabei so mysteriös, dass selbst die Kängurus erschraken.
Experten warnen, dass die Folgen des Zyklons noch Monate zu spüren sein werden. Neben den offensichtlichen Schäden an Gebäuden und Straßen befürchten sie auch psychologische Auswirkungen. "Viele Australier werden sich plötzlich fragen, ob ihr Leben wirklich so perfekt war, wie sie dachten", erklärte ein Psychologe, der selbst gerade dabei ist, seine Praxis nach drinnen zu verlegen, weil der Wind seine Praxis-Schilder ständig wegpustet.
Doch es gibt auch positive Aspekte. Der Sturm hat die australische Kreativität beflügelt. Schon jetzt berichten Handwerker von einer regelrechten Nachfrage nach "zyklonsicheren" Haustüren, die sich gleichzeitig als Surfbretter eignen. Und in den Pubs des Landes werden neue Cocktail-Kreationen getestet, deren Namen von "Cyclone Rita" bis "Tropical Turmoil" reichen.
Für die Zukunft raten Experten den Australiern, sich besser auf extreme Wetterereignisse vorzubereiten. Das könne bedeuten, Vorräte anzulegen, Notfallpläne zu schmieden oder zumindest einen wasserdichten Grill zu kaufen. "Denn eins ist sicher", sagt ein Meteorologe, "der nächste Zyklon kommt bestimmt - und der will dann auch unterhalten werden."