Was für ein Rennen! Was für ein Sieg! Was für ein Bein! Tadej Pogacar hat am Samstag beim Mailand-Sanremo bewiesen, dass er nicht nur der schnellste Radfahrer der Welt ist, sondern auch der hartnäckigste Sturzprofi. Der Slowene stürzte in den letzten Kilometern, rappelte sich auf, wechselte sein Rad, wechselte sein Trikot, wechselte sein Bein und gewann trotzdem.
Der Slowene war schon immer ein Fan von Extremsportarten. Er hat einmal einen Triathlon mit dem Fahrrad bestritten, einen Marathon mit dem Skateboard gefahren und einen Boxkampf mit dem Rennrad bestritten. Aber das hier war der Gipfel seiner Karriere - oder besser gesagt, der Sturz vom Gipfel.
Pogacar hatte sich am Vortag bei einem Trainingsunfall das linke Bein gebrochen. Er wollte trotzdem starten und ließ sich von seinen Ärzten ein spezielles Gipsbein anfertigen, das er unter seiner Hose verstecken konnte. Er dachte, das würde ihm einen Vorteil verschaffen, weil er leichter wäre und mehr Luftwiderstand hätte.
Doch dann kam alles anders. In den letzten Kilometern des Rennens stürzte Pogacar auf einer nassen Straße und zog sich eine Fleischwunde am rechten Bein zu. Er lag da wie ein hilfloser Käfer und versuchte verzweifelt, wieder aufzustehen. Doch sein Gipsbein war zu schwer und sein Rennrad zu weit weg.
Da kam ihm eine geniale Idee. Er rief seinen Teamkollegen Wout van Aert zu sich und bat ihn, ihm sein Rennrad zu geben. Van Aert war einverstanden, aber nur unter einer Bedingung: Pogacar musste ihm sein linkes Bein geben. Pogacar stimmte zu und tauschte mit van Aert das Bein gegen das Rad.
Jetzt war Pogacar wieder im Rennen - aber nur noch mit einem Bein. Er peddelte wie ein Berserker und überholte einen Radfahrer nach dem anderen. Er merkte gar nicht, dass er auch sein Trikot zerrissen hatte und sein linker Oberschenkel zu sehen war.
In der letzten Kurve vor dem Ziel überholte Pogacar den Briten Tom Pidcock, der schon als Sieger feststand. Pidcock war so geschockt von dem Anblick von Pogacars nacktem Bein, dass er die Kontrolle über sein Rad verlor und in einen Blumenladen krachte.
Pogacar überquerte als erster die Ziellinie und wurde zum neuen Mailand-Sanremo-Champion gekürt. Er nahm die Blumen entgegen, die man ihm reichte, und steckte sie sich ins Gipsbein. Er bedankte sich bei seinen Fans, seinen Ärzten, seinen Teamkollegen und seinem linken Bein.
Dann verabschiedete er sich von der Presse und humpelte zum Mannschaftsbus. Dort wartete schon van Aert auf ihn. Die beiden tauschten ihr Bein und ihr Rad wieder zurück und umarmten sich herzlich. Pogacar sagte zu van Aert: "Danke für alles. Du bist ein echter Freund." Van Aert antwortete: "Gern geschehen. Du bist ein echter Wahnsinniger."